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Drei Finanzinvestoren stehen Schlange bei Stada

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Liste der Interessenten für den Arzneimittel-Hersteller Stada wird immer länger: Nach den Finanzinvestoren Cinven und Advent hat auch die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital Finanzkreisen zufolge den Hut in den Ring geworfen.

Bain stecke hinter dem 3,6 Milliarden Euro schweren unverbindlichen Übernahmeangebot für das hessische Unternehmen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Freitag. Stada hatte über den Eingang einer dritten Offerte berichtet, ohne den Namen des potenziellen Bieters zu nennen. Das Angebot stehe aber unter bestimmten Bedingungen. Bain hat damit den Rivalen Cinven übertrumpft. Dieser hatte 56 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, Bain bietet nun zwei Euro mehr. Das trieb die Stada-Aktie auf ein Rekordhoch von 57,70 Euro.

Weitere große internationale Beteiligungsgesellschaften wie CVC und Permira stehen in den Startlöchern und prüfen ihre Chancen auf eine Übernahme des Herstellers von Nachahmer-Medikamenten, des Erkältungsmittels Grippostad und der Sonnenmilch Ladival, wie Insider berichten. CVC, Permira und Bain wollten sich nicht dazu äußern. Das Vorpreschen von Bain Capital bringt die anderen möglichen Bieter in Zugzwang. Advent hat noch nicht offenbart, wie viel man in die Waagschale werfen will. Der kapitalkräftige Finanzinvestor wolle sein Angebot in der nächsten Woche beziffern, hieß es in Finanzkreisen.

Kenner der Private-Equity-Branche bezweifeln aber, ob sich ein Kaufpreis von mehr als 60 Euro je Aktie für die Investoren noch lohnen würde. "Dann müsste man schon Synergien heben, etwa durch die Fusion mit einem anderen Arzneimittelhersteller", sagte ein Insider.

Angesichts der Größe der Investition könnten sich am Ende auch zwei Finanzinvestoren zusammentun, um Stada zu erwerben. Immerhin müssten sie dabei einschließlich Schulden fast fünf Milliarden Euro finanzieren. Banker schnüren derzeit bereits Kreditpakete über 2,6 Milliarden Euro für mögliche Bieter. Eine Entscheidung über Allianzen dürfte aber erst fallen, nachdem die potenziellen Bieter einen tiefen Blick in die Bücher von Stada geworfen haben. Gespräche über solche Bündnisse liefen bereits, sagten zwei Insider. "Bei Advent stehen jetzt alle möglichen potenziellen Partner Schlange", sagte ein Insider. Gerade Advent könnte sich den Kauf aus seinem 13-Milliarden-Fonds freilich locker alleine leisten.

Für Freitag wurde kurzfristig eine Aufsichtsratssitzung bei Stada anberaumt, wie ein Insider sagte. Dabei dürfte es auch um die möglichen Offerten gehen. Zuvor hatte Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker den Vorstand um Matthias Wiedenfels an die kurze Leine genommen, was einen Verkauf des Unternehmens aus Bad Vilbel bei Frankfurt betrifft: Ein fünfköpfiger Aufsichtsrats-Ausschuss unter Leitung Oetkers soll laufend überwachen, ob der Vorstand "die Unternehmensinteressen wahrt". Die Gespräche seien ergebnisoffen, betonte das Gremium. Pudding-Erbe Oetker gilt als skeptisch gegenüber einem Verkauf, Wiedenfels als aufgeschlossen für die Offerten der Finanzinvestoren.

Zugehörige Werte

STADA 65,10 EUR +0,93% +0,60
PRIVATE EQUITY HOLDING AG 70,90 CHF +0,14% +0,10

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