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Autobauer: VW-Erfolgsserie an US-Märkten beendet, Branche geht weiter in die Knie ++ Bayer: Wollen im Glyphosat-Streit nicht um jeden Preis klein beigeben ++ Trump: „Das was gerade passiert, ist ein Putsch!“

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Mittlerweile sind wir in der Mitte der Woche angelangt und einen Tag vor dem Feiertag und der damit einhergehenden Börsenpause weiß der Dax erneut nicht so richtig wohin es gehen soll. Nach dem schwachen Start in den Oktober dürften sich die Anleger aber auch heute zurückhalten.

Autobauer: VW-Erfolgsserie an US-Märkten beendet, Branche geht weiter in die Knie ++ Bayer: Wollen im Glyphosat-Streit nicht um jeden Preis klein beigeben ++ Trump: „Das was gerade passiert, ist ein Putsch!“

Die schlechten Konjunkturdaten sind ein Stimmungskiller

Eine überraschend schlechte Stimmung in der US-Industrie hatte die Investoren gestern aus dem Markt getrieben. In Europa, New York und zur Wochenmitte auch in Asien mussten die Börsen an Boden einbüßen. Es sei offensichtlich, dass der US-chinesische Handelsstreit bereits großen Schaden angerichtet habe, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK. Fundamental sehr schwer wiege auch, dass die Geschäfte in der deutschen Industrie so schlecht laufen wie zuletzt während der weltweiten Finanzkrise 2009, merkte Martin Utschneider, charttechnischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, an. Das Bild des Dax spiegele weiter die aktuell latenten Risiken wie Brexit, US-Handelszölle und globale Rezessionsgefahr wider.

Am Nachmittag stehen mit dem ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten US-Gewerbe im September neue Konjunkturdaten auf der Agenda. Sie gelten als ein Indikator für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der an diesem Freitag ansteht und der konjunkturelle Datenhöhepunkt der Woche sein dürfte. Vor diesen Zahlen könnten Anleger also in der Reserve bleiben.

Trump dreht verbal weiter auf – „Das was gerade passiert, ist ein Putsch!“

Neben den langfristigen Sorgenthemen Brexit, Handelsstreit und Konjunktur sorgt jedoch auch weiterhin die Causa Trump für Wirbel. Der US-Präsident hat das gegen ihn angestrebte Amtsenthebungsverfahren als „Putsch“ bezeichnet. Es handle sich um einen Wahlbetrug und den Versuch, den Bürgern der Vereinigten Staaten ihre Macht wegzunehmen, schrieb Trump am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. „Mit jedem Tag, den ich mehr erfahre, komme ich zu dem Schluss, dass das, was gerade passiert, kein Amtsenthebungsverfahren ist, sondern ein PUTSCH“, schrieb Trump– und setzte das Schlüsselwort in Großbuchstaben. Von einem Putsch spricht man normalerweise bei einem nicht verfassungskonformen oder gar gewaltsamen Regierungswechsel, oft unter Beteiligung des Militärs. Mit dem Wort „Putsch“ verbinden viele Menschen daher auch Blutvergießen – und eine harsche Reaktion der bedrohten Staatsmacht.

Die Autobranche kränkelt weiter – Sinkende Absätze machen zu schaffen

Sorgenfalten rufen auch die Autobauer hervor. Volkswagens Erfolgsserie auf dem US-Markt ist vorerst beendet. Im September brach der Absatz auf dem wichtigen Auslandsmarkt im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 26 947 Autos mit VW-Logo ein, wie das Unternehmen am Dienstag (Ortszeit) am US-Sitz in Herndon im Bundesstaat Virginia mitteilte. Vor allem beim volumenstarken Jetta, aber auch beim Golf gab es starke Rückgänge. Dank starker Atlas-Verkäufe gab es im SUV-Segment ein Absatzplus von 15 Prozent. In der bisherigen Jahresbilanz sieht der September wie ein Ausrutscher aus – nach neun Monaten steht insgesamt ein Verkaufsanstieg von 4,5 Prozent zu Buche. Damit macht VW nach dem Einbruch im Zuge des Abgas-Skandals weiter ordentlich Boden gut.

Auch andere Hersteller taten sich im September schwer, der zwei Verkaufstage weniger als im Vorjahr hatte. Bei VWs Oberklasse-Tochter Audi stürzten die Verkäufe um 17 Prozent auf 16.130 Neuwagen ab, seit Jahresbeginn sanken sie um 5,3 Prozent. Der ebenfalls zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer Porsche steigerte den Absatz im vergangenen Monat hingegen um 2,2 Prozent auf 5213 Fahrzeuge. Volkswagens Erzrivale Toyota  wurde knapp 17 Prozent weniger Autos bei der US-Kundschaft los, Nissan, Honda und Hyundai erlitten ebenfalls herbe Rückschläge.

Zu den Gewinnern zählte Daimler, hier stiegen die Mercedes-Benz-Verkäufe um knapp fünf Prozent auf 27433 Neuwagen. Im Jahresverlauf ergibt sich dennoch ein leichtes Minus von 0,5 Prozent. BMW legte im September konzernweit um sechs Prozent auf 27467 Stück zu, die bisherige Jahresbilanz weist ein Plus von 3,3 Prozent auf.

Auch wenn noch nicht alle Hersteller ihre Zahlen vorgelegt haben, zeichnet sich schon deutlich ab, dass der vergangene Monat für die US-Autoindustrie insgesamt wenig erfreulich verlief. Nach vorläufiger Schätzung des Fachblatts „Automotive News“ sank der Absatz branchenweit um knapp 13 Prozent. Es fehlen aber noch die Ergebnisse der nur noch quartalsweise berichtenden US-Marktführer General Motors, Ford und Fiat Chrysler. Sie werden für Mittwoch erwartet.

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Unternehmensmeldungen kurz und knapp:

Bayer: Die Leverkusener wollen im US-Rechtsstreit um Glyphosat nicht um jeden Preis klein beigeben. In den Verhandlungen über eine außergerichtliche Beilegung der Klagen in den Vereinigten Staaten gebe es für das Unternehmen zwei unverrückbare Bedingungen, sagte Agrochemiechef Liam Condon der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Das ist einmal die finanzielle Angemessenheit des Vergleichs und es muss ein finaler Abschluss sein. In dieser ersten Phase wird nicht in erster Linie über Summen gesprochen, sondern vor allem über eine mögliche Struktur verhandelt“, stellte der Manager zudem klar.Spekulationen, Bayer sei bereit, für den Vergleich acht Milliarden US-Dollar in die Hand zu nehmen, hatten Anfang August zu heftigen Kursturbulenzen geführt. Ob es unter den von Bayer aufgestellten Forderungen zu einem Vergleich komme, „kann ich überhaupt nicht einschätzen“, so Condon. Jenseits der Klagewelle ist Bayer derzeit aber auch dabei, nach Alternativen zu Glyphosat zu forschen. Das wäre der Traum einer jeden Firma, sagte der Manager mit Verweis auf den riesigen Markt. „Ich glaube aber eher nicht, dass es ein Ersatzprodukt mit vergleichbarem Wirkspektrum und zugleich besserem Sicherheitsprofil gibt.“ Den Kampf um die Wiederzulassung für Glyphosat in der EU nach 2022 will Condon noch nicht verloren geben.

Grenke: Eine höhere Prognose von Grenke für das Neugeschäft im Leasing hat am Mittwoch bei Anlegern für Freude gesorgt. Auf Tradegate rückten die Papiere des Dienstleisters für Finanzierungen um 4,7 Prozent auf 78,17 Euro vor im Vergleich zum Xetra-Schluss des Vortages. Damit dürften sie im Xetra-Handel die bei gut 77 Euro verlaufene 50-Tage-Linie als Indikator für den mittelfristigen Trend wieder hinter sich lassen. Beim Wachstum des Neugeschäfts in der Leasingsparte rechnet das Unternehmen 2019 nun mit einem Wert von 18 bis 21 Prozent nach zuvor 16 bis 19 Prozent. Ein Händler wies zudem darauf hin, dass die Marge in den ersten neun Monaten leicht zugelegt habe im Vergleich zum ersten Halbjahr. Hier habe man am Markt mit einer sinkenden Marge gerechnet, dies sei nun aber nicht eingetreten.

Nestle: Der Nahrungsmittelkonzern Nestle hat den Verkauf seiner Hautpflegesparte abgeschlossen. Die Sparte, die offiziell Nestle Skin Health (NSH) heißt, ist für 10,2 Milliarden Franken (9,4 Mrd Euro) an ein Konsortium um den Finanzinvestor EQT und die Abu Dhabi Investment Authority gegangen. Der Vollzug erfolge nun nach dem Erhalt der notwendigen Genehmigungen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Vevey mit. Der Konzern hat sich damit nach fast 40 Jahren vom Geschäft mit Sonnenschutz, Akne- und Antifaltenmitteln, Hautkrebs- und Nagelpilzmedikamenten getrennt. Nestlé Skin Health war ursprünglich 1981 in Lausanne als Gemeinschaftsunternehmen mit L’Oréal unter dem Namen Galderma gegründet worden.

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(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Jenson/ Shutterstock.com

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Volkswagen ST 175,00 EUR +0,05% +0,10
DAX 13.070,72 Pkt. -0,26% -34,89
Nestlé 102,96 CHF -0,88% -0,92

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