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Dax: Leitindex tief im roten Bereich – Bärenmarkt perfekt

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Dax: Leitindex tief im roten Bereich – Bärenmarkt perfekt

Mit den sich ausweitenden Kursverlusten hat der Dax am Donnerstagnachmittag nach Aussage von Beobachtern in einen sogenannten Bärenmarkt-Modus gewechselt. Vom Rekordhoch Ende Januar bei knapp 13 600 Punkten hat der Leitindex mit den aktuellen Einbußen mittlerweile mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Einer Faustregel zufolge befindet er sich damit im Bärenmarkt. Zuletzt sackte der Dax um rund 3 Prozent auf 10 870 Punkte ab.

Es könnte noch weiter abwärts gehen

Nun drohten weitere Verluste, die den Dax bis auf 10 300 bis 10 200 Zähler drücken könnten, sagte Chartanalyst Hans-Peter-Reichhuber von der BayernLB. Diese Zielzone leite sich aus einer vorangegangenen sogenannten Schulter-Kopf-Schulter-Formation ab.

Angst vor neuer Eskalation im Handelsstreit wächst

Das die USA und China sich an die vereinbarte Schonzeit von 90 Tagen halten werden, wird mittlerweile stark bezweifelt. Zum einen gibt es keine konkreten Hinweise auf eine Entspannung und zum anderen sorgt die Verhaftung von Huawei-Managerin Meng Wanzhou, die Tochter des Firmengründers, für neuen Zündstoff zwischen den beiden größten Handelsmächten der Welt. Sie am Wochenende in Kanada festgenommen worden. Sie soll an die USA ausgeliefert werden, die dem Unternehmen Verstoß gegen die Iran-Sanktionen vorwirft. Darüber hinaus drängen die USA ihre Verbündeten, wegen Sicherheitsbedenken keine Geschäfte mehr mit dem weltgrößten Netzwerk-Ausrüster zu machen.

Com’on - Der Börsenpodcast: Jetzt raus aus den Märkten?

Handelsdefizit der USA weitet sich aus

Zudem gibt es noch einen weiteren Aspekt geben der Donald Trump nicht gefallen dürfte. Sein bisheriges Vorgehen im handelsstreit mit China scheint keine Früchte zu tragen. Nach Angaben des das amerikanische Handelsministerium ist das Handelsdefizit der USA mit 55,5 Milliarden US-Dollar auf den höchsten Stand seit 10 Jahren geklettert. Was noch erschwerend hinzukommt:  Im Handel mit dem größten Rivalen China erreichte das US-Defizit sogar ein neues Rekordhoch. Jetzt steigt die Spannung, ob Trump dieser Entwicklung wirklich noch 90 Tage zuschaut.

Vonovia stemmt sich gegen den Trend

Lediglich die Aktien von Vonovia können sich heute gegen den Trend stemmen. Die Quartalszahlen haben dazu beigetragen. Immobilien-Titel scheinen sich zu einer Art sicheren Hafen zu entwicklen. In einem schwer angeschlagenen Börsenumfeld haben die Aktien aus der Branche am Donnerstag ihre defensiven Qualitäten bewiesen. Stabile Mieteinnahmen, steigende Bewertungen der Immobilienportfolios und vergleichsweise hohe Dividenden zogen Aktienkäufe nach sich.

Bayer, Covestro und Continental - Wie geht es weiter mit den Dax-Sorgenkindern?

29 Titel sehen rot

Was die restlichen Werte im Dax angeht, so kennen diese nur ein Vorzeichen: Rot! Vor allem Technologie- und Autowerte bekommen heute die Verunsicherung zu spüren. Im Dax verloren WireCard und Infineon 3,5 und 3,2 Prozent, Dialog Semiconductor notierten im TecDax über 4 Prozent schwächer. Der Huawei-Zulieferer STMicro gibt um die 4 Prozent, der Index für die Technologiebranche über 3,1 Prozent nach. Dem Negativtrend entziehen konnten sich Ericsson und Nokia. Die Aktien der schwedischen und finnischen Netzwerkausrüster kletterten wegen der negativen Nachrichten rund um ihren größten Konkurrenten Huawei zeitweise beide um die 1,5 Prozent in die Höhe.

Daimler auf 5-Jahres-Tief - Branche triff es überall hart

An das Dax Ende sind heute relativ früh die Aktien des Stuttgarter Autobauers gefallen. Die Daimler-Wertpapiere tauchen damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2013. Sie verlieren momentan über 5 Prozent auf 47,91 Euro. Papiere von BMW und Volkswagen gaben jeweils um die 3 Prozent nach. An der Börse in Paris rutschten die Titel von Peugeot und Renault sowie die der Zulieferer Valeo und Faurecia rund zweieinhalb Prozent ab. Die Autobauer hatten schon in den vergangenen Wochen besonders empfindlich auf die Handelsstreitigkeiten reagiert, da für sie der Export nach China und in die USA sehr wichtig ist.

Allianz, Lufthansa und Deutsche Bank unter der Lupe – Com’on – Der Börsenpodcast

Deutsche Bank deutlich unter 8 Euro

Der Kurs des größten deutschen Finanzinstituts erreicht heute einen neuen historischen Tiefstand bei 7,69 Euro. Die Deutsche Bank hat einem Zeitungsbericht zufolge im Geldwäscheskandal der Danske Bank eine größere Rolle gespielt als bislang bekannt. Das Geldhaus habe weitere 31 Milliarden Euro an Zahlungen abgewickelt, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf ein internes Dokument. Allerdings sind sich die Frankfurter keiner Schuld bewusst und gehen jetzt in die Offensive: „Bislang sind wir uns keines Fehlverhaltens unsererseits bewusst, wir warten die Schlussfolgerungen der Staatsanwälte ab“, sagte Finanzvorstand James von Moltke am Donnerstag dem Sender CNBC in Frankfurt. Der amtierende Vorstand habe massiv in die Verbesserung interner Kontrollsysteme und die Überprüfung von Kunden investiert. Der Aktie hilft die Antwort heute wenig.

Von Markus Weingran

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Bild: Scott E Read / Shutterstock.com

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