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Dax stoppt Rekordrallye vorerst – RWE auf Siebenjahreshoch, Thyssenkrupp weiter unter Druck

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Dax stoppt Rekordrallye vorerst – RWE auf Siebenjahreshoch, Thyssenkrupp weiter unter Druck

Eine Umsatzwarnung von Apple hat die euphorischen Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Rekordjagd, die den deutschen Leitindex zum Wochenstart bis auf 13.795 Punkte getrieben hatte, ist vorerst gestoppt. Der Dax schloss nun 0,75 Prozent tiefer auf 13.681,19 Punkte.

Auf den Anstieg bis auf fast 13.800 Punkte seien erwartungsgemäß kleinere Gewinnmitnahmen gefolgt, schrieben die Charttechnik-Experten von Index Radar. Letztlich hielt sich der Dax mit Blick auf die Rally der vergangenen Tage aber stabil, ergänzte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Auffällig sei derzeit, dass die Investoren differenzierten und Aktien mit hoher Nachfrage-Abhängigkeit aus China auf der Strecke blieben. Der Rest habe sich indes wacker gehalten. Der MDax büßte am Dienstag 0,88 Prozent auf 29.057,80 Punkte ein.

RWE auf Siebenjahreshoch

Unternehmensseitig konnte RWE mit einem Plus von 1,76 Prozent den obersten Platz im Dax einnehmen. Die Aktie kletterte damit auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Seit Jahresbeginn haben die Anteile des Stromkonzerns bereits um rund ein Viertel zugelegt. Beobachter führten die Gewinne zum Teil auf die „Risk-off“-Haltung von Investoren zurück, von der als defensiv geltende Sektoren wie Versorger und Immobilien profitierten. Eon-Aktien gewannen 0,6 Prozent, sie erreichten den höchsten Stand seit Ende 2015. Bei RWE komme der Übergang zu einem auf erneuerbare Energie setzenden Stromanbieter hinzu, der die Gewinne antreiben dürfte, hieß es im Handel. RWE könne daher am Markt einer Neu- und Höherbewertung unterzogen werden.

HeidelbergCement kann nicht entzücken

Größere Abschläge mussten die Aktien der Deutschen Bank, der Deutschen Post und von HeidelbergCement hinnehmen, Alle im Bereich von etwa 2,6 Prozent. Aussagen von HeidelbergCement zum vergangenen und zum laufenden Jahr sind heute nicht gut angekommen. Analyst Robert Gardiner von Davy Research lobte zwar die Profitabilität im Schlussquartal 2019; der Umsatz habe sich jedoch auf vergleichbarer Basis stark abgeschwächt. Auch sei der operative Gewinn in der Region Europa überraschend schwach ausgefallen. Ähnliches gelte für Nordamerika. In die Zukunft gerichtete Aussagen des Unternehmens seien „unspezifisch“ und zur Strategie habe es nichts wesentlich Neues gegeben.

Compugroup im MDax stark

Nach einer Kaufempfehlung der Warburg Bank haben die Aktien der Compugroup um 2,3 Prozent zugelegt. Zwischenzeitlich ging es sogar um bis zu 4,5 Prozent nach oben, bevor sich die Gewinne wieder etwas relativierten. Damit näherte sich der Kurs wieder etwas dem jüngsten Hoch, als die Papiere mit 69,60 Euro auf den höchsten Stand seit August 2019 geklettert waren. Laut Analyst Andreas Wolf von Warburg Research markiert der kürzlich bekannt gegebene Wechsel an der Unternehmensspitze den Endpunkt eines Wandels bei dem Software-Entwickler. Daneben schätzte er die Wachstumsraten für 2022 wegen der Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssektor nun höher ein. Seine Empfehlung änderte sich daher von „Halten“ auf „Kaufen“ mit einem erhöhten Kursziel von 75 Euro.

Thyssenkrupp abgeschlagen

Die Aktien von Thyssenkrupp sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Ende August vergangenen Jahres gefallen. Sie weiteten damit ihren dreiprozentigen Verlust vom Wochenbeginn aus. Am Ende verloren sie knapp 5 Prozent  und waren damit größter Kursverlierer im MDax der mittelgroßen Börsentitel. Der Industriekonzern hatte am Vortag mitgeteilt, künftig nur noch mit zwei Konsortien aus Finanzinvestoren über den Verkauf der Aufzugsparte zu verhandeln. Noch mit dabei sind ein Gespann aus Blackstone , Carlyle und Canadian Pension Plan sowie eines aus Advent und Cinven. Ziel ist aus Sicht von Thyssenkrupp ein Mehrheits- oder Vollverkauf der Sparte. Der strategische Käufer Kone ist damit aus dem Rennen.

Patrizia überzeugt im SDax

Auf den höchsten Stand seit Mitte 2016 sind am Dienstag die Aktien von Patrizia nach Zahlen für das vergangene Jahr gestiegen. Mit einem Aufschlag von am Ende 5,8 Prozent  setzten sie sich an die Spitze des SDax der kleineren Börsentitel. Seit Jahresbeginn beträgt der Aufschlag fast ein Viertel. Der Anbieter von Immobilieninvestments habe von höher als erwartet ausgefallenen Gebühren profitiert, sagte Analystin Katharina Schmenger von Pareto Securities. Auch habe der Anstieg des verwalteten Vermögens ihre Annahme übertroffen. „Alles in allem haben die Zahlen im vierten Quartal positiv überrascht“, lautete das Fazit.

Am anderen Ende, bedingt durch den Negativsog von Thyssenkrupp, lagen die Papiere von Klöckner & Co mit einem Minus von 5,8 Prozent. Im Sommer vergangenen Jahres kursierten Spekulationen, Thyssenkrupp könne den Duisburger Stahlhändler übernehmen oder seine Werkstoffsparte mit KlöCo zusammenlegen. Klöckner-Aktien reagierten seinerzeit mit einer Kurs-Rally auf diese Überlegungen. Ende September berichtete dann jedoch das „Handelsblatt“, KlöCo habe Gespräche über eine Fusion mit dem Werkstoffgeschäft von Thyssenkrupp einseitig beendet.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: H-AB/Shutterstock.com

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RWE 23,37 EUR +1,74% +0,40
ThyssenKrupp 4,91 EUR +14,85% +0,63
RWE AG 25,32 USD +2,92% +0,72
THYSSENKRUPP AG 5,35 USD +13,70% +0,64
DAX 10.075,17 Pkt. +5,76% +549,40
DAX (NET RETURN) (EUR) 912,37 Pkt. +5,76% +49,75

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