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ETF vs. Indexfonds: Die Unterschiede verstehen

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ETF vs. Indexfonds: Die Unterschiede verstehen

ETFs und Indexfonds haben viel gemeinsam. Beide sind passive Investitionsvehikel, die das Geld der Anleger in einem Korb von Wertpapieren zusammenfassen, um einen Marktindex nachzubilden. Während aktiv verwaltete Investmentfonds darauf abzielen, einen bestimmten Referenzindex zu schlagen, sollen ETFs und Index-Investmentfonds in der Regel die Performance eines bestimmten Marktindexes nachbilden.

Aber die Unterschiede zwischen einem ETF (börsengehandelter Fonds) und einem Indexfonds sind nicht so unbedeutend, wie sie scheinen mögen. Es geht nicht nur um die Performance oder darum, welche Art von Fonds die besten Renditen erzielt.

Die Unterschiede lassen sich in vier Punkten zusammenfassen: Gebühren, Mindestbeträge, Steuern und Liquidität, die dir dabei helfen zu entscheiden, welche deine beste Option ist.

1. Gebühren und Ausgaben

Der Hauptunterschied zwischen ETFs und Indexfonds besteht darin, wie sie gekauft und verkauft werden. ETFs werden an der Börse genau wie Aktien gehandelt, und du kaufst oder verkaufst sie über einen Broker. Indexfonds werden direkt bei dem Fondsmanager gekauft.

Da ETFs an einer Börse gekauft und verkauft werden, zahlst du deinem Broker jedes Mal eine Provision, wenn du einen Handel machst. (Einige Broker bieten allerdings auch provisionsfreien Handel an).

Bei Dividendenausschüttungen stellt sich die Frage nach den Unterschieden zwischen dem Kauf und Verkauf von ETFs und Indexfonds. Dividenden, die von Indexfonds gezahlt werden, können automatisch (gebührenfrei!) in mehr Anteile des Fonds investiert werden. Wenn ein ETF jedoch eine Dividende ausschüttet, musst du den Erlös für den Kauf weiterer Anteile verwenden, wodurch zusätzliche Provisionen anfallen und Zeit verschwendet wird.

ETFs haben im Allgemeinen einen leichten Vorteil, wenn es um die jährlichen Kostenquoten geht. Allerdings hat sich der Unterschied zwischen den Kostenquoten von viel gehandelten ETFs und Indexfonds in den letzten Jahren verringert und ist fast verschwunden. Bei Nischenindizes können die Kostenquoten jedoch sehr unterschiedlich sein, was in der Regel den ETFs zugute kommt.

2. Minimale Investitionen

Du kannst in einen ETF investieren, indem du nur eine Aktie davon kaufst, was früher der einfachste Weg war, mit sehr wenig Kapital zu investieren. Allerdings haben einige Fondsmanager die Mindestinvestitionen für ihre beliebtesten Indexfonds gesenkt, so dass du heutzutage mit einem relativ kleinen Betrag anfangen kannst. Die folgende Tabelle zeigt die Mindestinvestitionen für S&P 500 Indexfonds von drei führenden Vermögensverwaltern.

Indexfonds- ManagerMinimum ErstpositionMinimum zusätzliches Investment
Fidelity0 USD0 USD
Vanguard3,000 USD1 USD
Charles Schwab 1 USD1 USD

DATENQUELLE: WEBSEITEN DER UNTERNEHMEN.

3. Steuerliche Unterschiede

Sowohl Indexfonds als auch ETFs sind steuerlich  extrem effizient - sicherlich steuerlich effizienter als aktiv verwaltete Investmentfonds. Weil Indexfonds so selten Aktien kaufen und verkaufen, lösen sie selten Kapitalertragssteuern für Anleger aus.

Wenn es um die Steuereffizienz geht, sind ETFs im Vorteil. Anders als Indexfonds kaufen oder verkaufen ETFs selten Aktien. Wenn ein Investor eine Investition zurück will, verkauft er einfach Aktien des ETFs an der Börse, in der Regel an einen anderen Investor.

Wenn ein Indexfonds-Investor eine Investition zurücknehmen will, muss der Indexfonds Aktien, die er besitzt, gegen Bargeld verkaufen, um den Investor für die Aktien zu bezahlen. Das bedeutet, dass Investmentfonds Kapitalgewinne durch den Verkauf von Aktien realisieren müssen, was zu Kapitalgewinnen (und Steuern!) für jeden führt, der den Fonds weiterhin hält, auch wenn man derzeit Geld beim Investieren verliert.

4. Liquidität

Liquidität, also die Leichtigkeit, mit der eine Anlage gegen Bargeld gekauft oder verkauft werden kann, ist ein wichtiger Unterschied zwischen ETFs und Indexfonds. Wie bereits erwähnt, werden ETFs wie Aktien ge- und verkauft, d.h. du kannst sie jederzeit kaufen oder verkaufen, wenn der Aktienmarkt geöffnet ist.

Andererseits werden Indexfonds-Transaktionen (wie die aller Investmentfonds!) nach Börsenschluss in großen Mengen abgerechnet. Wenn du also mittags einen Auftrag zum Verkauf von Aktien eines Indexfonds gibst, findet die Transaktion tatsächlich Stunden später zu einem Preis statt, der dem Wert des Fonds bei Börsenschluss entspricht. Normalerweise ist die Annahmeschlusszeit 16:00 Uhr an der US-Ostküste. Aufträge, die danach eingegeben werden, werden auf den nächsten Tag verschoben und einen Tag später zum Nettoinventarwert des Fonds ausgeführt.

Wenn du dich als Trader betrachtest, ist das wichtig. Wenn du dich als Langzeitinvestor betrachtest, spielt das wirklich keine große Rolle.

Solltest du einen ETF oder einen Indexfonds kaufen?

Ein ETF ist am besten für dich geeignet, wenn du ein aktiver Händler bist oder einfach nur fortschrittlichere Strategien bei deinen Käufen anwenden möchtest. Da ETFs wie Aktien an Börsen gekauft und verkauft werden, kannst du sie mit Limit-Orders, Stop-Loss-Orders oder sogar mit Marge kaufen. Solche Strategien kannst du bei Investmentfonds nicht anwenden.

Wenn du in ein steuerpflichtiges Brokerage-Konto investierst, kannst du vielleicht etwas mehr Steuereffizienz aus einem ETF herausquetschen als aus einem Indexfonds. Allerdings sind Indexfonds immer noch steuerlich sehr effizient, so dass der Unterschied ziemlich vernachlässigbar ist. Verkaufe einen Indexfonds nicht einfach, um den entsprechenden ETF zu kaufen. Das kostet nämlich Steuern.

Kaufe einen Indexfonds, wenn dein Broker hohe Provisionen auf deine Käufe verlangt und du jederzeit voll investiert sein möchtest. In manchen Fällen kannst du in Indexfonds mit einem niedrigeren Mindestbetrag als beim entsprechenden ETF investieren.

Indexfonds sind auch dann eine gute Option, wenn der entsprechende ETF nur wenig gehandelt wird. Dadurch entsteht eine große Spanne in der Differenz zwischen dem ETF-Preis an der Börse und dem Wert der vom ETF gehaltenen Basiswerte. Ein Indexfonds wird immer zum Nettoinventarwert bewertet.

Vergleiche immer die Gebühren, um sicherzustellen, dass du nicht zu viel Aufschlag zahlst. Wenn du zwischen einem ETF und einem Indexfonds auf der Kippe stehst, könnte die Kostenquote eine gute Entscheidungshilfe sein.

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Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und am 23.06.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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Foto: Getty Images

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