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Goldman Sachs, Wells Fargo, JPMorgan: Quartalszahlen zeigen teils hohe Gewinne – Aber den US-Banken dürften schwere Zeiten bevorstehen

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Goldman Sachs, Wells Fargo, JPMorgan: Quartalszahlen zeigen teils hohe Gewinne – Aber den US-Banken dürften schwere Zeiten bevorstehen

Eine Flaute im Handelsgeschäft und Investmentbanking hat auch Goldman Sachs im zweiten Quartal weiter belastet. Verglichen mit dem Vorjahreswert fiel der Gewinn um rund sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar (1,96 Mrd Euro), wie die führende US-Investmentbank mitteilte. Insgesamt fielen die konzernweiten Erträge um zwei Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar.

Vor allem das wichtige Handelsgeschäft mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen bleibt für Goldman Sachs schwierig. Auch im klassischen Investmentbanking – dazu zählen die Beratung und Betreuung von Firmen bei Börsengängen und Wertpapierplatzierungen – mussten zuletzt deutliche Abstriche gemacht werden. Ein breites Verbrauchergeschäft, was der Konkurrenz derzeit hilft, hat Goldman Sachs bislang nicht.

Die Rückgänge konnten allerdings zum Teil durch niedrigere Lohnkosten und geringere Boni ausgeglichen werden, zudem florierte das Kreditgeschäft und auch der Handel mit Aktien lief überraschend gut. So konnten die Markterwartungen trotz der durchwachsenen Ergebnisse letztlich klar übertroffen werden. Anleger reagierten positiv auf die Quartalszahlen, die Aktie legte vorbörslich zunächst um gut einen Prozent zu.

Wells Fargo steigert Gewinn

Der US-Kreditriese Wells Fargo hat den Gewinn im zweiten Quartal dank Kostensenkungen kräftig gesteigert. Unter dem Strich legte der Gewinn im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar (5,5 Mrd Euro) zu, wie Wells Fargo am Dienstag in San Francisco mitteilte. Die Erträge – die gesamten Einnahmen der Bank – stagnierten jedoch bei 21,6 Milliarden Dollar.

Wells Fargo setzt vor allem auf Verbraucherkredite und verzichtet im Gegensatz zu vielen Konkurrenten auf ein umfassendes Wertpapierhandelsgeschäft und Investmentbanking. Das kam dem Institut zugute, auch wenn die US-Leitzinsen zuletzt nicht weiter stiegen. Die Quartalszahlen fielen zwar besser als erwartet aus, dennoch reagierte die Aktie vorbörslich zunächst mit leichten Kursverlusten.

Wells Fargo leidet nach wie vor unter den Skandalen der vergangenen Jahre. Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Tim Sloan, der im März nach nur rund zweieinhalb Jahren seinen Posten geräumt hatte, sucht die Bank weiter nach einem dauerhaften Nachfolger an. Sloans Amtszeit war von einer Affäre um fingierte Konten geprägt, die zu zahlreichen Entlassungen sowie Klagen und Strafen geführt hatte.

US-Banken vor schweren Zeiten?

Somit zeichnet sich bei Goldman Sachs dasselbe Bild, wie bei der Citigroup und JPMorgan, die ihre Zahlen bereits veröffentlicht haben. Alle Banken kämpfen mit Problemen beim Investmentbanking. Wells Fargo ist hier durch ein fehlendes Engagement weniger betroffen. JPMorgan verdankt seinen Gewinnanstieg ebenfalls fast ausschließlich der Privatkundensparte, die Aktie ist dennoch vorbörslich in die Knie gegangen. Händler führten dies unter anderem darauf zurück, dass ein Teil des deutlichen Gewinnanstiegs auf Sondereffekte zurückzuführen ist.

JPMorgan hat bereits seine Prognose für den Zinsüberschuss um 500 Mio. US-Dollar auf 57,5 ​​Mrd. US-Dollar gesenkt, verglichen mit dem Ziel von 58 Mrd. Dollar im letzten Quartal. Der Zinsüberschuss ist eine der größten Einnahmequellen für Banken. Sollte die US-Notenbank FED, wie bereits von den meisten erwartet, den Leitzins Ende des Monats senken, dürfte das die Margen im Kreditgeschäft der Banken weiter schmälern.

JPMorgan geht bereits davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr dreimal senken wird, sagte Finanzvorstand Jennifer Piepszak gegenüber Reportern in einer Pressemitteilung.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Felix Lipov / Shutterstock.com

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