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IG Metall befürchtet 'mittelfristig Kahlschlag' bei Linde Deutschland

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die IG Metall sieht ihre Befürchtungen zur Fusion des Gaseherstellers Linde mit dem US-Konzern Praxair bestätigt. "Das kurzfristige Shareholder-Denken ist an die Stelle einer nachhaltigen, strategischen Unternehmensplanung getreten", sagte der bayerische IG-Metall-Chef Johann Horn der Deutschen Presse-Agentur in München. Im Vordergrund stehe die Senkung von Fixkosten, Aufträge würden weltweit im Konzern verschoben. "Die Kolleginnen und Kollegen in Deutschland stehen unter großem Druck, dass Produkte und Aufträge an den Standorten bleiben."

Vorstandschef Steve Angel, der Linde seit der Fusion 2018 von den USA aus führt, will die Jahresbilanz des Konzerns am Freitag (15.00 Uhr) im größten deutschen Werk Pullach bei München präsentieren. Er hatte einen kräftigen Gewinnanstieg in Aussicht gestellt, auch dank der Synergien aus dem Zusammenschluss. Die Linde-Aktie legte im vergangenen Jahr um 38 Prozent zu. Hauptaktionäre sind angelsächsische Investoren.

Linde beschäftigt 80 000 Mitarbeiter, davon noch rund 7000 in Deutschland. Horn sagte, allein in Deutschland wolle das Unternehmen bis Ende nächsten Jahres 850 Stellen abbauen. In den Vorjahren seien bereits fast 1000 Stellen gestrichen worden. Damit sei Deutschland vom Stellenabbau besonders betroffen. "Angesichts des neuen Shareholder-Stils müssen wir befürchten, dass das noch nicht das Ende der Abbaupläne ist. Linde droht mittelfristig ein Kahlschlag", sagte der Gewerkschafter./rol/DP/zb

Zugehörige Werte

Linde 172,68 USD +6,50% +10,55
IG GROUP PLC 8,23 USD -0,24% -0,02
DAX 10.075,17 Pkt. +5,76% +549,40
Dow Jones 22.098,98 Pkt. +4,97% +1.046,45

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