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JPMorgan Chase bringt eigene Kryptowährung heraus – Erwacht Bitcoin jetzt aus dem Bärenmarkt?

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JPMorgan Chase bringt eigene Kryptowährung heraus – Erwacht Bitcoin jetzt aus dem Bärenmarkt?

Es ist eine Nachricht, die dem seit einem Jahr gebeutelten Krypto-Sektor enormen Grund zur Hoffnung geben könnte: Die US-Großbank JPMorgan Chase hat angekündigt, eine eigene Kryptowährung auf den Markt zu bringen, den sogenannten „JPM Coin“. Das Geldhaus ist die erste institutionelle Bank, die einen eigenen Coin herausgibt. Dies berichtet der US-Nachrichtendienst CNBC.

Der JPM Coin wird ein sogenannter „Stablecoin“ sein, das heißt, dass er immer dem Gegenwert eines US-Dollars entspricht und jederzeit wieder gegen diesen eingetauscht werden kann. Die Kryptowährung ist also seitens JP Morgan durch Dollar gedeckt. Beim Rücktausch in Dollar wird der Coin zerstört.

JPM Coin wird nicht frei handelbar sein

Bei dem Coin handelt es sich nicht um eine klassische Kryptowährung wie beispielsweise Bitcoin, sondern um eine Abwicklungsanwendung für interne Transaktionen. Der Coin wird nicht im freien Handel verfügbar sein, sondern nur für Banken, Unternehmen und professionelle Börsenhändler, die als Kunden bei JPMorgan Chase registriert sind.

Die größte US-Bank bewegt täglich um die sechs Billionen US-Dollar und will in den nächsten Monaten testweise einen geringen Teil der Transaktionen über den neuen Coin abwickeln. Kunden der Bank können Dollar gegen den JPM Coin eintauschen und verwenden.

Umar Farooq, Leiter der Blockchain-Projekte bei JPMorgan, fast die drei Anwendungsgebiete der hauseigenen Kryptowährung zusammen:

Internationale Zahlungen für Unternehmen

Bisher müssen Kunden auf teilweise jahrzehntealte Anwendungen wie beispielsweise SWIFT zurückgreifen, dessen Abwicklungen in manchen Fällen mehr als einen Tag dauern. Mit der Blockchain-Anwendung sind die Transaktionen in Echtzeit und zu jeder Tageszeit möglich.

Wertpapier-Transaktionen

Durch die Kryptowährung besteht keine Abhängigkeit von Geldtransfers bei Wertpapier-An- und Verkäufen mehr, die zu zeitlichen Verzögerungen zwischen der Abwicklung und der Bezahlung des Wertpapiers führen.

Ersetzen des US-Dollars für Unternehmen im Bereich des Werteaufbewahrungsservices

Durch den Coin werden Geldtransfers ohne das eigentliche Versenden von Geldern möglich. Dadurch wird die Bündelung und Umschichtung von Geldwerten effizienter, erreicht eine höhere Geschwindigkeit und verursacht geringere Transaktionsgebühren.

JPMorgan will für die Zukunft gerüstet sein – Bank sieht Potential in der Blockchain

Die US-Bank bereitet sich mit der Adaption der Blockchain-Technologie auf eine Zukunft vor, in der sich essenzielle Teile des Finanzgeschehens, wie länderübergreifende Transaktionen oder der Handel von Unternehmenswerten und Anleihen, auf die Blockchain verlagern werden.

Der JPM Coin ist dabei laut Farooq  nur der erste Schritt: „Das Anwendungsgebiet ist ehrlich gesagt ziemlich endlos; überall wo Distributed Ledger Technologie verwendet wird, ob in Unternehmen oder Institutionen, kann man dies nutzen“. Weiter gedacht, könne der JPM Coin in Zukunft auch für Zahlungen im Bereich genereller Online-Dienstleistungen der Bank genutzt werden, sagt der Blockchain-Projektleiter.

JPMorgan geht davon aus, dass der First-Mover-Status der Bank und deren weite Marktbreite ihrer neuen Technologie-Applikation eine gute Chance gibt, sich zu etablieren, auch wenn andere Banken mit ähnlichen Produkten nachziehen werden. JPMorgan betreut 80 Prozent der im S&P 500 gelisteten Untenehmen bei Finanzdienstleistungen.

Für das Krypto-Ökosystem könnte diese Nachricht nach dem seit Anfang 2018 andauernden Bärenmarkt der langersehnte Befreiungsschlag sein. Nach dem Allzeithoch von 20.000 US-Dollar pro Bitcoin im Januar 2018 ist der gesamte Kryptomarkt im Laufe des Jahres immer weiter abgesackt. Bitcoin liegt derzeit bei einem Preis von ca. 3500 Dollar und hat somit mehr als 80 Prozent seines Werts verloren.

Anleger des hochvolatilen Asset-Bereiches warten gebannt auf den Einstieg institutioneller Investoren und hoffen auf eine breitere Etablierung der verschiedenen Tokens und Coins durch die Festlegung staatlicher Regulierungen und mehr Technologie-Applikationen. Bisher lassen echte Anwendungsbereiche der Technologie noch auf sich warten. Die Ankündigung von JPMorgan stellt jedoch einen echten Usecase dar.

Von Alexander Mayer

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Titelfoto: Lewis Tse Pui Lung / shutterstock.com

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