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JPMorgan steigert Gewinn - Goldman Sachs muss Federn lassen

Reuters

New York (Reuters) - JPMorgan Chase & Co hat die Latte hoch gelegt: Die größte Bank der USA verdiente im dritten Quartal trotz der niedrigeren Dollar-Leitzinsen und der weltweiten Börsenturbulenzen mehr als erwartet.

Die Rivalin Goldman Sachs, die im Gegensatz zu JPMorgan kein Geschäft mit Privatkunden hat, um Einbußen im Investmentbanking auszugleichen, musste von Juli bis September allerdings Federn lassen. Anleger griffen bei Aktien von JPMorgan zu und warfen Goldman-Titel aus ihren Depots. Investoren der Deutschen Bank dürften die Ergebnisse der US-Geldhäuser genau unter die Lupe nehmen, um Rückschlüsse auf den Geschäftsverlauf des Frankfurter Instituts zu ziehen.

JPMorgan verdiente im dritten Quartal mit 9,1 Milliarden Dollar gut acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Die Erträge stiegen ebenfalls um acht Prozent auf 30,1 Milliarden Dollar. Der Zinsüberschuss lieferte davon etwa die Hälfte - er legte um zwei Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar zu, obwohl die US-Notenbank Fed die Leitzinsen in den vergangenen Monaten zwei Mal gesenkt hatte. "Dass wir trotz niedriger Zinsen im vergangenen Quartal Rekord-Einnahmen hatten, zeigt die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells", sagte JPMorgan-Chef Jamie Dimon.

Die Aktien von JPMorgan legten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um 1,7 Prozent zu, Goldman-Titel gaben knapp zwei Prozent nach. "JPMorgan Chase hat ein Tempo vorgegeben, das für andere Banken sehr schwierig zu erreichen sein wird", sagte Analyst Octavio Marenzi vom Brokerhaus Opimas. Goldman Sachs habe auf dagegen auf breiter Front enttäuscht. "Die Erwartungen waren schon sehr niedrig und selbst diese wurden jetzt nicht erfüllt."

ANLEIHEHANDEL BRUMMT

Zuwächse erzielte JPMorgan aber nicht nur im Geschäft mit Privatkunden, auch im Investmentbanking lief es rund. Vor allem im Anleihehandel, der auch für die Deutsche Bank von großer Bedeutung ist, stiegen die Erträge deutlich an. Hier legte auch Goldman Sachs zu. Allerdings nahm das Institut im klassischen Beratungsgeschäft für Kapitalmarktdeals viel weniger ein. Der Gewinn brach deshalb von Juli bis September um gut ein Viertel auf 1,8 Milliarden Dollar ein. Die Erträge fielen mit 8,3 Milliarden Dollar sechs Prozent niedriger aus.

Die Unsicherheiten wegen des Handelsstreits zwischen Peking und Washington und politische Spannungen im Nahen Osten belasteten das Geschehen an den weltweiten Kapitalmärkten in den vergangenen Monaten. Mehrere Unternehmen wie der Büroflächen-Vermieter WeWork begruben deshalb ihre Pläne für Börsengänge - den Investmentbanken gingen so wichtige Erträge durch die Lappen. Die Deutsche Bank gewährt ihren Anlegern Ende Oktober einen detaillierten Einblick in ihre Bücher.

Zugehörige Werte

Goldman Sachs 218,23 USD +0,14% +0,32
DAX 13.137,70 Pkt. -0,15% -20,44
Dow Jones 27.766,29 Pkt. -0,19% -54,80
Deutsche Bank 6,635 EUR +0,54% +0,03
CHASE CORPORATION 101,00 EUR -1,94% -2,00

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