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Marktausblick Woche 42: Kein Fall fürs Museum

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Das Update zur Woche mit Felix Herrmann






BlackRock Marktausblick 13. Oktober 2020



Auf der EZB-Pressekonferenz im September gab sich Christine Lagarde noch Mühe, nicht allzu negativ zu klingen. Das in der letzten Woche veröffentlichte Protokoll der Zentralbanksitzung im September sprach aber relativ zu Lagardes Tonalität eine viel pessimistischere Sprache und offenbarte ein Stück weit besser den Alarmismus im Frankfurter EZB-Turm. Ganze 23 Mal kommt das Wort „Unsicherheit“ in dem Protokoll vor. So oft wie noch nie seitdem die EZB das gesprochene Wort während der Sitzungen öffentlich macht. Die Quelle der Unsicherheit ist mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie schnell ausgemacht und somit dürfte die Frage nach weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen dann auch nur eine nach dem „wann“ und nicht nach dem „ob“ sein.

Gerade der Dienstleistungssektor tut sich angesichts der Konsumzurückhaltung in Europa weiterhin sehr schwer. Kein Wunder, schließlich ist die Sparquote in der Eurozone von zuvor knapp 13 Prozent auf fast 17 Prozent in der Krise hochgeschossen. Selten zuvor legten die Menschen in Europa einen derart hohen Anteil ihrer Einkünfte auf die hohe Kante. Konsumverzicht ist für viele Menschen derzeit das Gebot der Stunde und da die Eurozone im internationalen Vergleich zudem gut durch die Krise gekommen ist und der Euro entsprechend aufgewertet hat, liegt die Inflationsrate in der Währungsunion aktuell mit nur noch -0,3 Prozent sogar im negativen Bereich.

Nach Jahren des Verfehlens des Inflationsziels glaubt kaum jemand mehr an die Wiederkehr von Preissteigerungsraten jenseits der Zwei-Prozent-Marke - schon gar nicht in der Eurozone. Diese landläufige Prognose könnte sich jedoch als durchaus trügerisch erweisen, denn über die mittlere Frist dürfte die Wahrscheinlichkeit für positive Überraschungen bei der Inflation so hoch sein wie lange nicht. Eine zunehmende Konzentration der Marktmacht, die Umkehr der Globalisierung und der damit einhergehende Umbau der Wertschöpfungsketten sowie steigender Kostendruck resultierend aus strengeren Gesundheitsregularien sind nur drei beispielhaft genannte Trends, die mindestens zwei Dinge gemein haben: Sie wurden erstens durch die Corona-Krise befeuert und wirken zweitens allesamt preissteigernd (jeweils auf der Angebotsseite der Volkswirtschaft).

Hinzu kommt, dass es einer Überraschung gleichkäme, sollte die EZB den Kursschwenk der US-Notenbank nicht nachvollziehen und ihrerseits zu einer Neudefinition von Preisstabilität gelangen. Die Fed hat angekündigt, dass sie in Zukunft Abweichungen vom Inflationsziel nach oben bewusst tolerieren wird. Damit will sie die Zielverfehlungen der Vergangenheit (nach unten) kompensieren. Eine derartige Neuausrichtung der Strategie allein sorgt natürlich nicht direkt für höhere Inflationsraten. Allerdings könnte dieser Schritt die Inflationserwartungen aus ihrer jahrelangen Lethargie reißen. Sollte die EZB nämlich ähnlich wie die Fed auf Zinsanhebungen verzichten, wenn es der Wirtschaft sehr gut geht und die Preise stärker steigen, könnte sich bei Wirtschaftssubjekten der Eindruck verfestigen, dass Inflationsraten von über zwei Prozent doch noch kein Fall fürs Museum sind.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Schuldner dürfte diese Aussicht zunächst beruhigend wirken. Eine moderat höhere Inflation gepaart mit wohl noch jahrelanger lockerer Geldpolitik ist für sie alles andere als ein herausforderndes Umfeld. Dass die globale Schuldenlast selbstredend ebenfalls ein Grund für die Geldpolitik sein dürfte, die Zügel nicht anzuziehen, ist dabei eine altbekannte Erkenntnis.

Die Tatsache, dass Notenbankpolitik, um noch expansiver zu wirken, heutzutage signalisieren muss, dass restriktive Maßnahmen auch bei höherer Inflation keine notwendige Konsequenz sind, birgt letztlich allerdings doch eine Gefahr steigender Renditen. Muss nämlich zukünftig vermehrt die Fiskalpolitik und weniger die Geldpolitik für die Stimulierung der Wirtschaft sorgen, könnte die Bonität von Staaten ein Faktor werden. Entsprechend steigende Risikoprämien könnten selbst bei einem unterliegenden weiterhin niedrigen sicheren Zinsniveau somit die Renditen anheben. Allerdings ist auf absehbare Zeit nicht davon auszugehen, dass die nominalen Renditen für das Risiko zunehmender Inflation kompensieren werden.

Mit Blick auf die angelaufene Woche müssen Anleger gleich durch einen ganzen Dschungel an Themen navigieren. Für die Kurse am bedeutsamsten dürfte erstens die Frage sein, ob sich Demokraten und Republikaner doch noch vor der US-Wahl auf ein Konjunkturpaket einigen können. Die zuletzt aufgekommene Hoffnung - nicht zuletzt geschürt durch den US-Präsidenten - könnte sich aus unserer Sicht als zu optimistisch erweisen. Zweitens steht der EU-Gipfel am Donnerstag und hier vor allem die Frage im Fokus, ob eine Last-Minute-Einigung zwischen London und Brüssel möglich ist. Wenig deutet darauf hin. Zu guter Letzt werden Anleger auf die anlaufende Berichtssaison für das dritte Quartal schauen. Die US-Banken machen hier den Auftakt für einen Berichtszeitraum, der aus Sicht vieler Unternehmen von Erholung geprägt gewesen sein dürfte.

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