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Marktausblick Woche 50: Zuckerbrot und Peitsche

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Das Update zur Woche mit Felix Herrmann






Brexit als Weihnachtsgeschenk?

Boris Johnson war am Freitagabend wieder einmal voll in seinem Element. Mit Schweißperlen auf der Stirn gab der englische Premier im TV-Duell zwischen ihm und Labour-Chef Jeremy Corbyn erneut alles, um noch unentschlossene Wähler in Großbritannien auf seine Seite zu ziehen. Wie schon in den Vortagen sparte er dabei nicht mit vollmundigen Wahlversprechen: Innerhalb von 100 Tagen nach der Wahl möchte er Steuern senken, das Gesundheitssystem zukunftsfähig machen sowie die Ausgaben für Bildung und innere Sicherheit erhöhen. Und der Brexit? Den möchte er seinen Landsleuten als Weihnachtsgeschenk unter den Baum legen. In den Umfragen konnten die Tories auch dank Johnsons Verve in den letzten Wochen noch einmal deutlich zulegen. Allerdings stiegen zeitgleich auch die Zustimmungswerte für Labour, sodass der Vorsprung der Tories gegenüber dem ärgsten Konkurrenten sogar etwas schmolz. Kleinere Parteien fielen zurück. Somit muss Johnson bis zum Ende alles geben, um seiner Partei eine absolute Mehrheit im britischen Parlament zu sichern. Sollte dies misslingen, stünde man auf der Insel abermals vor einer längeren Phase der Unsicherheit, da Labour nach wie vor auf ein zweites Referendum pocht. Für die Finanzmärkte und auch für die britische Wirtschaft steht hingegen Klarheit über den zukünftigen Status des Königreichs ganz oben auf dem weihnachtlichen Wunschzettel. Die Chancen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, sind nicht schlecht.

Bevor wir das Endergebnis der Wahl in Großbritannien erfahren, erleben wir am Donnerstag die erste EZB-Pressekonferenz unter Christine Lagarde. Mit Spannung wird erwartet, ob und in welchen Nuancen sich die EZB-Politik in den nächsten Jahren unter ihrer neuen Chefin von der Draghis unterscheiden wird. Die Probleme der Zentralbank liegen auf der Hand und letztlich bietet sich der Wechsel an der Spitze der EZB geradezu an, um eine Evaluierung der bisherigen Politik durchzuführen sowie eine Neuausrichtung anzustreben. Angesichts des stark veränderten Umfeldes mit anhaltend niedrigen Inflationsraten scheint eine Adjustierung der EZB-Strategie überfällig zu sein. Womöglich könnte gerade die Diskussion über eine Anpassung des Inflationsziel in den kommenden Monaten an Dynamik gewinnen. Denkbar ist etwa ein Ansatz, wonach ein „symmetrisches“ Inflationsziel eingeführt wird. Eine Preissteigerungsrate von zwei Prozent würde dann im Durchschnitt über einen längeren Zeitraum angestrebt werden. Möglich auch, das Punktziel „unter aber nahe zwei Prozent“ etwas aufzuweichen und in einen Zielkorridor zu überführen. Diskussionen also, die auch in der US-Notenbank geführt wird, die diese Woche ebenfalls zum letzten Mal in diesem Jahr tagt. Gerade nach dem starken Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag dürfte sich die Fed mit der Beendigung ihres „Mid-Cycles-Adjustments“ wohlfühlen.

Zölle auf Importe aus China?

Spätestens am Sonntag entscheidet sich, ob die USA Zölle auf Importe aus China in Höhe von 15 Prozent auf eine Tranche in der Größenordnung von rund USD 150 Milliarden einführen werden. Der gesunde Menschenverstand spricht gegen die Einführung. Gerade für US-Präsident Trump wäre dieser Schritt nicht ohne Risiko, schließlich handelt es sich bei dieser Tranche in erster Linie um klassische Konsumgüter wie Handys, Laptops und Spielzeug. Hinzu kommt, dass es für die USA schwer wäre, diese Güter aus anderen Ländern zu beziehen und China als Importmarkt zu substituieren. Folglich ist die Gefahr hoch, dass die Zölle auf die Preise durchschlagen, die US-Konsumenten zu zahlen haben. Eine Schwächung der Kaufkraft des US-Konsumenten kurz vor Weihnachten zu beschließen, ist sicher keine optimale Wahlkampfstrategie für die US-Regierung.

Was das für Anleger bedeutet

Der Nachrichtenfluss rund um den chinesisch-amerikanischen Konflikt hat die Finanzmärkte weiterhin fest im Griff. Mit der schmerzhaften Erinnerung an den Dezember 2018 im Hinterkopf haben konfrontative Signale seitens des US-Präsidenten in der letzten Woche die Märkte zu Beginn etwas stärker durchgeschüttelt. Auf die Peitsche folgte im Handelsstreit allerdings rasch das Zuckerbrot, sodass aus unserer Sicht weiterhin wenig für eine Wiederholung des letztjährigen Dezember-Dramas spricht.Für all jene, die nach ermutigenden Statistiken suchen: Trotz des enttäuschenden Dezembers 2018 ist der letzte Monat des Jahres historisch betrachtet ein starker Börsenmonat. Beim DAX ging es im Dezember seit Auflegung im Schnitt 1,3 Prozent nach oben (nur der Januar, der April sowie der Juli waren stärkere Börsenmonate). Die traditionellen Zuflüsse an den Aktienmärkten zum Jahresauftakt, die man durchaus auch 2020 wieder erwarten darf, sprechen aus unserer Sicht ebenfalls für eine weiterhin konstruktive Sicht auf die Aktienmärkte.





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