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Mobile Payment: Ein Billionengeschäft an dem Anleger kräftig mitverdienen können

onvista

In Zeiten, in denen Bargeld immer mehr auf dem Rückzug und alternative Zahlungsdienste beliebter denn je sind, wächst der Markt für Mobile Payments rasant. Diese vier interessanten Unternehmen wollen mitmischen und haben gute Chancen.

Mobile Payment: Ein Billionengeschäft an dem Anleger kräftig mitverdienen können

Was ist eigentlich Mobile Payment?

Unter Mobile-Payment oder M-Payment versteht man einen Bezahlvorgang, bei dem mindestens der Zahlungspflichtige mobile elektronische Techniken zur Initiierung, Autorisierung oder Realisierung der Zahlung einsetzt. Mobile Geräte wie Smartphone oder Tablet ersetzen hierbei die klassische Debit- oder Kreditkarte. Neben der Bezahlung per Smartphone im Einzelhandel geht es bei Mobile Payment aber auch um die Zahlungsabwicklung beim Onlineshopping via Smartphone. Das mobile Bezahlen funktioniert mit NFC (Near Field Communication), was übersetzt Nahfeldkommunikation bedeutet. NFC ist für die Datenübertragung mit sehr kurzer Reichweite geeignet und gilt zurzeit als Standard, mit dem Mobile Payment in Zukunft etabliert werden soll. Es ermöglicht eine als sicher geltende Übertragung von Daten zwischen zwei Geräten, ohne dass diese sich berühren müssen.

Wirecard – Die Analysten sind begeistert

Der deutsche Technologie- und Finanzdienstleister Wirecard ist der Gewinner des vergangenen Jahres im Technologieindex TecDax. 17 Prozent in einem Monat, 40 Prozent in drei Monaten,122 Prozent in einem Jahr und es ist kein Ende des Wachstums in Sicht. Am Montag bescherte eine Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs der Aktie ein neues Rekordhoch. Heute steht die Aktie bei fast 140 Euro, da verkündet wurde, dass Wirecard zwecks digitalen Bezahllösungen mit dem Kreditkartenanbieter Visa kooperiert. Laut Goldman-Analyst Moawalla liegt das Kursziel von Wirecard inzwischen sogar bei 168 Euro. Der Analyst geht davon aus, dass die Aktie auch in den kommenden Jahren stark wachsen wird. Auch die Privatbank Hauck & Aufhäuser prognostiziert ein starkes Wachstum und überraschte mit einer kräftigen Anhebung von 122 Euro auf 180 Euro.

Wirecard bietet seinen Kunden einen allumfassenden Service: Bezahlsysteme, Risikomanagement und Banking, also alles was für den bargeldlosen Zahlungsverkehr benötigt wird. Den Kunden wird ermöglicht, elektronische Zahlungen aus allen Vertriebskanälen anzunehmen. Bisher nutzen über 25.000 Kunden den Dienstleister aus Aschheim, ein sehr ordentliches Ergebnis für Wirecard.

Adyen - Börsengang wird groß

Doch Wirecard ist nicht alleine auf dem lohnenden Markt der Mobile Payments. Auch der niederländische Zahldienstleister und PayPal-Konkurrent Adyen wird künftig an der Börse zu finden sein. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, wird der Markteintritt an der Euronext in Amsterdam am 13. Juni erwartet. Inklusive einer Mehrzuteilungsoption sollen gut 14 Prozent des Kapitals in einer Preisspanne von 220 bis 240 Euro je Aktie platziert werden. Ayden käme damit auf eine Marktbewertung von 6,5 bis 7,1 Milliarden Euro. Der Börsengang wird als einer der größten eines europäischen FinTech-Unternehmens gehandelt.

Insgesamt wird den Eigentümern damit ein Bruttoerlös von bis zu 947 Millionen Euro prognostiziert. Die bisherigen Anteilseigner wollen für den Börsengang 15 Prozent ihrer Anteile verkaufen. Dem Unternehmen selbst sollen keine finanziellen Mittel zufließen. Adyen-Chef Pieter van der Does hatte zum Börsengang erklärt, sich mit dem Schritt die Freiheit verschaffen zu können, das Unternehmen weiter auszubauen.

Das 2006 gegründete Unternehmen bietet eine Zahlungsplattform an, über die Händler viele verschiedene Zahlungsmethoden nutzen können - zum Beispiel Kreditkarten, Lastschrift oder die Onlinebezahldienste Paypal und Alipay. Zu den Kunden von Adyen gehören unter anderem die Internetkonzerne Facebook, Netflix, Uber und Spotify. Insbesondere die Entscheidung des Online-Marktplatzes Ebay, von PayPal auf Adyen als primären Zahldienstleister umzusteigen, dürfte den Holländern ordentlich Aufwind gegeben haben. Im letzten Jahr konnte Adyen sogar erstmals die Umsatzmilliarde knacken.

iZettle - Profitiert von PayPal-Übernahme

Immer mehr kleinere Neulinge und Fin-Techs drängen sich in das Geschäft der traditionellen Bezahldienste. Der amerikanische Bezahldienst PayPal selbst kaufte zuletzt für 2,2 Milliarden Dollar das schwedische FinTech-Unternehmen iZettle. Der Mobile-Payment-Anbieter hatte kurz vor der Übernahme durch PayPal ebenfalls geplant, Anteile an der Börse zu verkaufen. Dann kam es jedoch anders als gedacht und durch die anschließende Übernahme von PayPal wurde iZettle mit dem 13-fachen des geplanten Jahresumsatzes bewertet.

Das schwedische Unternehmen bietet neben einem Chip-Kartenleser für Smartphones und Tablets auch eine kostenlose App an, die es überall und jederzeit ermöglicht, Kartenzahlungen anzunehmen. Das 2010 gegründete Unternehmen wurde von verschiedenen Investoren finanziert, darunter Index Ventures, MasterCard und American Express.

Concardis & Nets - Neues Schwergewicht

Zu guter Letzt entsteht aktuell mit der Übernahme des deutschen Kartenzahlungs-Dienstleister Concardis durch den dänischen Dienstleister Nets ein neuer europäischer Branchenriese. Die beiden Unternehmen teilten am Montag den Zusammenschluss mit, durch den ein Umsatz von 1,3 Milliarden Euro sowie ein operativer Gewinn von rund 500 Millionen Euro erwartet wird. Die Übernahme von Concardis wird per Aktientausch erfolgen. Laut Nets besteht ein großes Potenzial für das Bündnis, da nach der Übernahme besonders das Geschäft im noch nicht überwiegend digital abgewickelten Deutschland im Fokus steht.

Hinter dem neu entstandenen Unternehmen stehen die Finanzinvestoren Advent, Bain Capital und Hellman & Friedman. Diese hatten Nets 2017 für 4,14 Milliarden Euro gekauft und von der Börse genommen.

Fazit: Mobile Payment boomt

Diese vier Beispiele zeigen es deutlich: Das Geschäft mit dem drahtlos transferierten Geld boomt und beschert vielen Unternehmen aus der Branche hohe Gewinne. Der Markt für „Mobile Payment“ verändert sich und wächst. Große und bewährte Internet-Konzerne, Bezahldienstleister und Soft- und Hardware-Anbieter rüsten auf. Doch auch für Banken bedeutet der technologische Fortschritt Konkurrenz. Immer neue Fin-Techs entwickeln sich dank technischem Know-How und leicht zu standardisierende Finanzprodukten und -diensten weiter und bedrängen die alt eingesessenen Kreditinstitute.

Der deutsche Markt, der weltweit als Nachzügler im Bereich des mobilen Bezahlens gilt, ist bisher spärlich erschlossen, was unter anderem an der sicherheitsbetonten Einstellung vieler deutscher Konsumenten liegt. Experten zufolge wird das mobile Zahlen erst mit dem Eintritt eines oder mehrerer großer Zahldienstleister richtig aufblühen. Dank des florierenden, sich immer weiterentwickelnden Marktes sind die vorgestellten Unternehmen und Fin-Techs für Anleger aber jetzt schon einen Blick wert.

CHe

Foto: Jirsak / Shutterstock.com

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