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ROUNDUP 2: Aroundtown gibt wegen Corona-Krise erst einmal keine Jahresziele aus

dpa-AFX

(Neu: Aussagen des stellvertretenden Aroundtown-Chefs, Aktienkurs)

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Luxemburger Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown will wegen der Corona-Pandemie vorerst keinen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Das Unternehmen werde seine Ziele für 2020 inklusive der Auswirkungen durch das neuartige Coronavirus erst veröffentlichen, wenn mehr Klarheit über die Lage bestehe, teilte der MDax-Konzern am Donnerstag in Luxemburg mit. Die Aktie lag am Nachmittag rund 1,3 Prozent im Plus.

Rechne man den operativen Gewinn (Funds from Operations 1, FFO 1) auf der Basis vom Februar auf das Jahr hoch, dann würde das um Sondereffekte wie Übernahmen und Kosteneinsparungen bereinigte Ergebnis auf 625 Millionen Euro steigen, erklärt Aroundtown. Das wäre ein Plus von 24 Prozent zum Vorjahr - auch dank des übernommenen Anteils an TLG. Dabei seien aber Mietausfälle aufgrund der Pandemie nicht eingerechnet. Diese dürften einen negativen Effekt haben.

"Die Mehrheit der Hotels sind geschlossen", sagte der stellvertretende Unternehmenschef Andrew Wallis der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Hotelbetreiber hätten auf die Buchungsrückgänge schnell reagiert und die Kosten nicht nur in den Hotels, sondern auch in den Hauptzentralen minimiert. Es sei eine Branche, in der Kurzarbeit weit verbreitet sei. Aroundtown führe schon Gespräche mit Betreibern bezüglich Zahlungsplänen. Bislang sei noch kein Hotel pleite gegangenen.

Es gebe auch bei den Hotels eine gewisse Liquidität. "Wir haben Bankgarantien und können auch bei dem ein oder anderen auf die Konten zu greifen", sagte Wallis. Zudem hätten einige Hotels auch eine Versicherung für solche Fälle. Aroundtown habe für März die meisten Mieteinnahmen schon. Nun müsse das Unternehmen erst einmal sehen, was der April bringe. "Im Mai bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal werden wir dann wohl spätestens einen Ausblick auf das Jahr 2020 geben können", sagte er.

Aroundtown ist laut Wallis zudem sehr breit im Büromarkt aufgestellt. Die zehn größten Sektoren des Portfolios machten mehr als 50 Prozent der Einnahmen. Alleine 15 Prozent der Mieteinnahmen kämen von Behörden, wie etwa der Bundesbank. Auch gehörten zu den Büromietern Versicherungen, Siemens, Deutsche Telekom und Deutsche Bahn. Alles Unternehmen, die robust seien. Die Mieter stammten weniger aus den Bereichen Ölindustrie oder Luftfahrt - dies mache noch nicht einmal ein Prozent aus. Deshalb erwartet Wallis zunächst einmal auf der Büro-Seite nicht die Reaktion wie bei den Hotels.

"Die große Frage ist, wie lange die Corona-Pandemie anhält", sagte der stellvertretende Unternehmenschef. Der schlimmste Fall wäre, dass die Krise sehr lange andauere. Dann wäre nicht nur das Geschäft mit den Hotels, sondern auch mit den Büros betroffen. Rund ein Viertel des Immobilienportfolios von Aroundtown machen Hotels und fast 50 Prozent Büros aus. Aroundtown habe aber für die kommenden 24 Monaten mit mehr als 2,5 Milliarden Euro genügend Liquidität, betonte Wallis. Das werde den Konzern schützen.

Im Moment plane Aroundtown, eine Dividende für das abgelaufene Jahr zu zahlen. "Dies machen wir aber abhängig davon, wie es bis Juni aussieht. Haben wir dann eine Lösung oder nicht?", fügte er hinzu. Aroundtown hatte bereits im März überraschend vorläufige Zahlen für 2019 vorgelegt und eine Dividendensteigerung von 10 Prozent auf 28 Cent je Aktie vorgeschlagen.

2019 ist Aroundtown noch kräftig gewachsen. Die Nettomieteinnahmen kletterten im Jahresvergleich auch dank Zukäufen um 21 Prozent auf 766 Millionen Euro. Die Miete stieg auf vergleichbarer Basis um 4,2 Prozent. Das operative Ergebnis (FFO 1) stieg um 24 Prozent auf 503 Millionen Euro.

Erst vor kurzem hatte Aroundtown mehr als drei Viertel des kleineren Konkurrenten TLG Immobilien übernommen. Mit dem Kauf wird Aroundtown nun nicht nur zum größten Anbieter von Büroimmobilien in Europa, sondern auch zu einem Kandidaten für den deutschen Leitindex Dax . Zudem ist das Immobilienunternehmen auch mit rund 40 Prozent an Grand City Properties beteiligt. Grand City hatte zuletzt rund 77 000 Wohnungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Aroundtown hat seine Gewerbeimmobilien gemessen am Marktwert überwiegend in Berlin, München und Frankfurt - dabei handelt es sich vor allem um Büros und Hotels. TLG ist ebenfalls stark in Berlin engagiert. Weitere regionale Schwerpunkte sind Dresden, Leipzig, Rostock sowie das Rhein-Main-Gebiet. Investiert hat TLG vor allem in Büros und Einzelhandelsimmobilien - so findet man dort am häufigsten Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl./mne/nas/jha/

Zugehörige Werte

AROUNDTOWN SA 4,339 EUR -7,44% -0,34
DAX 13.116,25 Pkt. -0,69% -91,87
GRAND CITY PROPERTIES S.A. 22,40 EUR -0,62% -0,14
TLG Immobilien 17,00 EUR -2,57% -0,45
Deutsche Telekom 14,94 EUR -1,64% -0,25
EURO STOXX 50 3.283,69 Pkt. -0,99% -32,88

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