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ROUNDUP: HeidelbergCement streicht wegen Coronakrise Jahresausblick

dpa-AFX

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement gibt wegen des neuartigen Coronavirus keinen Ausblick mehr auf das laufende Jahr. Zuvor wollte das Dax-Unternehmen Umsatz und operatives Ergebnis leicht steigern. "Die massiven Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erfordern fortwährende Anpassungen bei der operativen Steuerung unserer Geschäfte", sagte der seit Anfang Februar amtierende Unternehmenschef Dominik von Achten am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz. Täglich müsse das Unternehmen die Situation neu bewerten.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Kurz nach Handelsbeginn lag die HeidelbergCement-Aktie rund 3,5 Prozent im Minus und notierte bei 30,97 Euro in einem insgesamt etwas festeren Markt. Seit Jahresbeginn haben die Papiere bereits über die Hälfte an Wert verloren.

Es sei derzeit nicht abzuschätzen, wie lange die Vorsorgemaßnahmen anhielten und welche Auswirkungen dies auf die Bautätigkeit in den einzelnen Ländern habe. "Vor diesem Hintergrund ist ein seriöser Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich." Seine Hauptversammlung verschiebt das Unternehmen auf einen späteren Zeitpunkt.

Für das vergangene Jahr will HeidelbergCement mehr an seine Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll je Aktie um rund fünf Prozent auf 2,20 Euro erhöht werden, wie das Unternehmen in Heidelberg mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet. 2019 ging der auf die Aktionäre entfallenden Gewinn im Jahresvergleich um fünf Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro zurück. Rechnet man Sondereffekte wie etwa den Verkauf des Ukraine-Geschäfts heraus, dann lag der Gewinn deutlich über dem des Vorjahres.

Bereits im Februar hatte der Konkurrent von LafargeHolcim aus der Schweiz und Cemex aus Mexiko vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr veröffentlicht.

Im vergangenen Jahr legte der Umsatz dank des Baubooms in Deutschland und weltweiten Infrastrukturprogrammen um vier Prozent auf knapp 18,9 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Wechselkurse, Zu- und Verkäufe sowie Effekte aus der neuen Bilanzierungsrichtlinie betrug der Anstieg zwei Prozent. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 15 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei zwei Prozent.

Im Tagesgeschäft lief es 2019 für die Heidelberger vor allem in Europa besser, allerdings entwickelte sich das Schlussquartal in Süd- und Westeuropa schwächer. Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit Streiks in Frankreich und Auswirkungen des Brexits. Deutlich nach oben ging es für HeidelbergCement auch in der Region Asien-Pazifik. Schwächer entwickelte sich 2019 auf vergleichbarer Basis hingegen das Geschäft in Nordamerika. Hier belasteten vor allem Rückgänge in Kanada das Ergebnis.

Beim Schuldenabbau kam HeidelbergCement besser voran als erwartet. Zum Jahresende sank die Nettoverschuldung vor Bilanzierung der Leasingverbindlichkeiten auf 7,1 Milliarden Euro, der Vorstand hatte als Ziel zuletzt 7,4 Milliarden ausgegeben. 2007 hatte sich HeidelbergCement mit der Übernahme des britischen Baustoffherstellers Hanson eine immense Schuldenlast aufgebürdet. Nach der Fusion der Konkurrenten Lafarge aus Frankreich und Holcim aus der Schweiz legte HeidelbergCement 2016 mit dem Zukauf von Italcementi nach.

Um den Baustoffkonzern profitabler zu machen, hatte der bis Ende Januar amtierende Unternehmenschef Bernd Scheifele vor mehr als einem Jahr ein neues Sparprogramm aufgesetzt. Das Ziel, bis 2020 weltweit 100 Millionen Euro an Vertriebs- und Verwaltungskosten einzusparen, hat das Unternehmen mehr als ein Jahr früher erreicht als geplant. Bis Ende 2020 will HeidelbergCement weitere 30 Millionen einsparen./mne/eas/jha/

Zugehörige Werte

HeidelbergCement 44,63 EUR -3,20% -1,48
HEIDELBERGCEMENT AG 10,10 USD +1,88% +0,18
LAFARGEHOLCIM LTD. 39,74 CHF -0,47% -0,19
SMI 9.831,49 Pkt. -0,95% -94,54
CAC 40 4.762,78 Pkt. +1,43% +67,34
DAX 11.586,85 Pkt. -1,64% -194,28

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