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Südkorea für Wiederaufnahme von Gesprächen mit Nordkorea

Reuters

Seoul (Reuters) - Angesichts der zunehmenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Südkorea am Montag eine Wiederaufnahme der seit Ende 2015 ruhenden Gespräche mit dem Norden vorgeschlagen.

Dabei solle es um die Einstellung feindseliger Handlungen an der Demarkationslinie zwischen beiden Staaten gehen, sagte Vize-Verteidigungsminister Suh Choo Suk. Die Gespräche sollten am 21. Juli in Panmunjom an der Demarkationslinie stattfinden. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, alle Feindseligkeiten am 27. Juli zu beenden, dem Jahrestag des Waffenstillstandsabkommens von 1953. Damals wurden die Kampfhandlungen eingestellt, einen Friedensvertrag gibt es bislang nicht. Nordkorea hat bislang auf das Gesprächsangebot nicht reagiert.

Südkorea hat bei seinem Vorschlag allerdings offengelassen, was als gegenseitige feindselige Handlungen zu verstehen ist. Die Standpunkte der beiden Staaten dazu weichen voneinander ab. Südkorea versteht darunter vor allem Propagandaaktionen beider Seiten an der Demarkationslinie. Nordkorea betrachtet auch die regelmäßigen Militärübungen Südkoreas mit den USA als feindselige Handlung.

In den vergangenen Monaten hat Nordkorea mehrere Raketentests unternommen, zuletzt mit einer Interkontinentalrakete, die auch die USA erreichen könnte. Außerdem behauptet Nordkorea, es beherrsche mittlerweile die Technik, einen Atomsprengkopf auf die Rakete zu montieren.

Der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon, forderte zusätzlich eine Reaktivierung der Kommunikationsverbindungen zwischen den Regierungen und Militärführungen beider Staaten, die von Nordkorea im vergangenen Jahr gekappt worden waren. Dessen Führung hatte damit auf südkoreanische Sanktionen reagiert, die wegen eines Atomwaffentests im Norden verhängt worden waren.

Außerdem setzt sich Südkorea für die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den Organisationen des Roten Kreuz' beider Staaten zu Familienzusammenführungen ein. Das letzte derartige Treffen von Angehörigen aus Familien, die seit dem Ende des Koreakrieges 1953 getrennt sind, fand im Oktober 2015 statt.

Die nordkoreanische Führung hat zuletzt Gespräche mit dem Süden solange ausgeschlossen, bis Südkorea zwölf Nordkoreanerinnen ausliefert, die in den Süden gegangen sind. Bei den Frauen handelt es sich um ehemalige Kellnerinnen eines nordkoreanischen Restaurants in China. Nordkorea wirft dem Süden vor, die Frauen verschleppt zu haben. Nach Südkoreas Darstellung sind sie aus freien Stücken in den Süden gegangen.

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