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Thyssenkrupp: Zahlen überzeugen nicht ++ Wirecard: HSBC senkt Kursziel um 70 Euro ++ Metro: Russland bleibt weiter ein Problem

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Thyssenkrupp: Zahlen überzeugen nicht ++ Wirecard: HSBC senkt Kursziel um 70 Euro ++ Metro: Russland bleibt weiter ein Problem

Die Aktie von Wirecard steht weiterhin genauso wie die Internetseite der „Financial Times“ unter genauer Beobachtung. Die Wirtschaftszeitung hat aber bislang nichts Neues zu dem Thema veröffentlicht. Der Spezialist für Mobile-Payment scheint auch zur Tagesordnung übergegangen zu sein und präsentiert heute mit Virtual Express eine neue Lösung für die sofortige und zuverlässige Bereitstellung von digitalen Geldmitteln, etwa im Rahmen von Rückerstattungen, Incentives und Prämien. Die neue Funktionalität wurde speziell für mobile Wallets entwickelt. Virtual Express ist ab sofort für Kunden in den USA verfügbar und wird im Laufe des Jahres in weiteren Regionen erhältlich sein.

HSBC sieht deutlich weniger Potenzial

Die britische Investmentbank hat das Kursziel für Wirecard angesichts der inzwischen starken Kursschwankungen von 240 auf 170 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Der Beginn behördlicher Untersuchungen in Singapur wegen eines möglichen Fehlverhaltens des Zahlungsabwicklers sollte nicht überraschen und sei auch nicht als Schuldbeweis zu sehen, schrieb Analyst Antonin Baudry in einer am Dienstag vorliegenden Studie

Aktie setzt Erholung fort

Die starke Senkung des Kurszieles belastet die Aktie heute allerdings nicht. Zum einen ist aktuell auch bis zu einem Kurs von 170 Euro noch viel Luft, zum anderen bleibt die Einstufung ja auch bei „Buy“. Das Wertpapier setzt somit seine Erholung weiter fort und liegt fast 4 Prozent im Plus und entfernt sich wieder ein Stück von der von 100 Euro.

Dax weiter kraftvoll nach oben

Der deutsche Leitindex gibt heute weiter Gas und möchte wieder einen deutlicheren Abstand zu den 11.000 Punkten. Die Zahlen von Thyssenkrupp werden vom Markt zwar nicht freundlich aufgenommen aber das stört den Dax heute nicht. Zu Handelsbeginn liegt das Börsenbarometer bei 11.126,61 Punkten – ein Plus von 1,02 Prozent

Thyssen: Q1 traditionell schwach

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp hat zum Jahresauftakt ein schwächeres operatives Ergebnis verzeichnet. Sinkende Gewinne in den Industriegeschäften wie Komponenten, Aufzüge oder Anlagenbau waren der Grund dafür. So sank das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) der fortgeführten Aktivitäten im ersten Quartal um mehr als ein Drittel auf 168 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte.

Unterm Strich steht mehr

Beim Nettoergebnis konnte Thyssenkrupp hingegen zulegen. Allerdings war das Vorjahresquartal durch negative Effekte im Zuge der US-Steuerreform belastet gewesen. Der Gewinn stieg um knapp 70 Prozent auf 136 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im fortgeführten Geschäft um 3 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, die Auftragseingänge nahmen um 6 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro zu.

Prognose hält

Das erste Quartal ist traditionell das schwächste bei Thyssenkrupp. Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. Im fortgeführten Geschäft erwartet Thyssenkrupp für das bereinigte Ebit 2018/19 (per 30. September) einen Anstieg von 706 Millionen (auf vergleichbarer Basis) auf mehr als 1 Milliarde Euro. Der Jahresüberschuss soll deutlich über den 60 Millionen Euro aus dem Vorjahr liegen.

Gürtel wird enger geschnallt

Thyssenkrupp strebt nach der Teilung in zwei Unternehmen eine schlankere Führungsstruktur an. Für die neuen Unternehmen Industrials und Materials sollen die Vorstandsressorts auf jeweils drei reduziert und zentrale Funktionen zusammengelegt werden, teilte der Konzern am Dienstag in Essen mit. Von den derzeit 17 Konzern- und Servicefunktionen werde es bei Industrials künftig noch 14, bei Materials nur noch 10 geben. Bis zum Geschäftsjahr 2020/21 will Thyssenkrupp die Verwaltungskosten für beide Unternehmen von derzeit rund 380 Millionen insgesamt auf unter 300 Millionen Euro senken.

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Metro: Russland-Problem ist weiter da

Negative Währungseffekte sowie Preissenkungen in Russland haben das Ergebnis des Handelskonzerns Metro zum Jahresauftakt belastet. Das um Immobilientransaktionen bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um knapp 7 Prozent auf 470 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Unter dem Strich ging der Gewinn um knapp 13 Prozent auf 202 Millionen Euro zurück. Im fortgeführten Geschäft – also ohne die zum Verkauf stehende Supermarktkette Real – lag der Gewinn mit 181 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Umsatz leicht rückläufig

Wie bereits bekannt, sank der Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal um 0,6 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 2,1 Prozent. Vor allem negative Wechselkurseffekte in Russland und der Türkei belasteten die Zahlen. Im Russlandgeschäft konnte Metro den Abschwung bremsen. Der Konzern war durch eine verfehlte Preisstrategie in dem hart umkämpften russischen Markt ins Straucheln geraten. Das Management in Russland wurde ausgewechselt und die Strategie umgestellt.Ausblick wird nicht verändert

Ausblick bleibt bestehen

Die Jahresprognose bekräftigte Metro. Früheren Aussagen zufolge dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 2 bis 6 Prozent zurückgehen. Den erwarteten Rückgang hatte Metro-Chef Olaf Koch Mitte Dezember mit dem andauernden Umbau des Russlandgeschäfts sowie den Kosten für die Digitalisierung begründet. Der Umsatz soll hingegen um 1 bis 3 Prozent zulegen. Währungseffekte und Ergebnisbeiträge aus Immobiliengeschäften sind bei den Prognosen ausgeklammert. Auch Real ist nicht enthalten.

Kurz & knapp:

Tui: Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember konnte Tui den Umsatz zwar um gut vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro steigern. Der saisontypische Quartalsverlust stieg aber um fast 28 Prozent auf 139 Millionen Euro. Der operative Verlust (bereinigtes Ebita) fiel mit 84 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet Joussen nun nur noch ein operatives Ergebnis etwa auf Vorjahreshöhe – und damit bei knapp 1,2 Milliarden Euro.

Scout24: Der Onlinemarktplatz-Betreiber Scout24 hat Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert. Der Erwerb des Finanzportals Finanzencheck.de habe dazu einen erheblichen Teil beigetragen. Der Konzernumsatz stieg 2018 nach vorläufigen Zahlen um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 531,7 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in München mitteilte. Dies hatten Analysten in etwa erwartet.

onoff AG: Der Spezialist für Datenverarbeitung und die derzeitigen Eigentümer der Gesellschaft haben die Preisspanne für den geplanten Börsengang auf EUR 16 bis EUR 18 je Aktie festgelegt. Der endgültige Angebotspreis wird im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens festgelegt. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Prospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und seiner Veröffentlichung. Vorausgesetzt alle Optionen werden vollständig ausgeübt und die maximale Anzahl von Aktien wird platziert, läge der Streubesitz des ausstehenden Grundkapitals der onoff AG bei rund 49,9 %. Die derzeitigen Eigentümer haben eine Lock-up-Frist von 12 Monaten vereinbart.

Von Markus Weingran

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Foto: ricochet64 / Shutterstock.com

Zugehörige Werte

HSBC HOLDINGS PLC 25,26 USD 0,00% 0,00
ThyssenKrupp 13,62 EUR -0,21% -0,03
HSBC HOLDINGS PLC 25,43 USD +0,03% +0,01
RTX RUSSIAN TRADED (RUB) 4.855,11 Pkt. +0,08% +4,27
DAX 12.222,39 Pkt. +0,57% +69,32
Metro 14,89 EUR -0,40% -0,06

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