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Wirecard:„Süddeutsche Zeitung“ berichtet von Vorwürfen gegen Vorstandsmitglied – Geht nach Ostern wieder die Post ab oder greift die Bafin erneut ein?

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Wirecard:„Süddeutsche Zeitung“ berichtet von Vorwürfen gegen Vorstandsmitglied – Geht nach Ostern wieder die Post ab oder greift die Bafin erneut ein?

Karfreitag läuft das Leerverkaufsverbot für die Aktie des Bezahldienstleisters aus Aschheim ab. Pünktlich nach Ostern könnten die „Shorties“ also wieder zuschlagen, sofern die Bafin das zulässt. Ob die Bundesanstalt für Finanzaufsicht das Leerverkaufsverbot noch einmal verlängert scheint noch nicht entschieden zu sein, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ recherchiert hat.

Bafin hält sich bedeckt

Die Behörde hat ihr Pokerface aufgesetzt und äußert sich nicht zum weiteren Vorgehen bei der Wirecard-Aktie. Im Finanzausschuss des Bundestages sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld Anfang April, dass dazu noch keine Entscheidung getroffen worden sei. Sollten nach dem Auslaufen des „Leerverkaufsverbots“ Financial Times und andere Blätter wieder zur Tat schreiten, dann könnte es also gut möglich sein, dass die Bafin wieder einschreitet. Fest steht jedenfalls, dass die Behörde für ihr erstes Einschreiten bei Wirecard Rückendeckung von der Bundesregierung erhalten hat: „Aus Sicht der Bundesregierung bewegt sich die Bafin innerhalb des ihr zugewiesenen Aufgabenbereichs und ist ihren zugewiesenen Aufgaben nachgekommen.“

Leerverkäufer haben sich nicht abschrecken lassen

Die „Börsen-Zeitung“ berichtete Anfang April unter Berufung unter Berufung auf Zahlen des Finanzdatenanbieters IHS Markit, dass die Zahl der Short-Positionen noch immer hoch sei. 12 Prozent der Anteilscheine von Wirecard sollen zum Monatsanfang in Aktienleihegeschäften gebunden gewesen sein, was als Indikator für die Höhe der Leerverkaufspositionen gilt.

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Alle Zweifel immer noch nicht ausgeräumt

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Wochenende berichtet, hat Edo K., der mittlerweile entlassene Finanzchef in Singapur, wohl zugegeben eine Zahlung von 500.000 Dollar für eine nicht existierende Beratungsleistung angewiesen und wohl auch ausgezahlt zu haben. Aber Edo K. behauptete weiterhin, dass er auf Anweisung von Chief Operating Officer Jan Marsalek gehandelt habe. Das Vorstandsmitglied der Wirecard AG ist unter anderem für das Asiengeschäft zuständig. Allerdings soll die beauftragte Kanzlei Rajah & Tann die Vorwürfe als unglaubwürdig eingeschätzt haben. Für Wirecard ist damit dieser Vorwurf ebenfalls aus der Welt geschafft. Unterm Strich sieht es wohl noch ein Stück anders aus solange die Untersuchungen in Singapur, die ja auch auf Indien ausgeweitet wurden, noch laufen. Zudem sieht die „Süddeutsche Zeitung“ genauso wie die „Financial Times“ keine Abschlussbericht, sondern nur eine Art Zwischenbericht.

Wirecard ist schon wieder bei der Tagesordnung

Am Freitag hat der Mobile-Payment-Spezialist seine Next Generation Financial Commerce Platform vorgestellt und dabei wie gewohnt nicht mit Superlativen gespart. „Mit einer revolutionären Kombination umfassender Payment- und Banking-Services, die genau auf die Bedürfnisse von Händlern zugeschnitten sind, setzt Wirecard neue Maßstäbe bei der Digitalisierung von Zahlungen.“ Die Anleger ließ die neue Plattform allerdings kalt. Während der Dax um gut ein halbes Prozent zulegte, verlor das Wirecard-Papier 0,3 Prozent.

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25.April kommen die Zahlen

Aufgrund der angesprochenen Unregelmäßigkeiten bei den Zahlungsabwicklungen in Singapur hatte Wirecard die Veröffentlichung seines Zahlenwerks für 2018 auf Ende April verschoben. Drei Tage nach dem Ende des Leerverkaufsverbot wird Vorstandsvorsitzender Markus Braun die Bilanz präsentieren. Geht es nach den Experten, dann hat Braun starke Zahlen im Gepäck. Nach aktuellen Analystenschätzungen wird der Münchner Zahlungsdienstleister seinen Umsatz um 38 Prozent steigern und erstmals Erlöse von mehr als zwei Milliarden Euro verbuchen. Der Gewinn soll um fast 50 Prozent auf 466 Millionen Euro anziehen. Auch der Ausblick dürfte gut werden. Schon vor einiger Zeit hatte Braun via Twitter angedeutet, dass Wirecard beim Jahresauftakt auf ein Rekordquartal zusteuert. Bestätigt er diese Annahme, dann dürfte es von dieser Seite keine Bösen Überraschungen geben.

Bleibt nur noch die Frage, ob die „Financial Times“ und andere Medien dann Ruhe geben oder nachlegen. Sollte dies der Fall sein, dann dürfte nach Ostern wieder die Post abgehen beim Wirecard-Kurs.

Heute gehört die Aktie in einem schwachen Markt zu den stärkeren Werten im deutschen Leitindex. Mit einem Plus von rund einem Prozent schafft es das Wirecard-Papier so gerade auf das Treppchen der Top 3 Werte im DAX.

Von Markus Weingran

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Foto: Homepage Wirecard

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