Ukraine - Russische Truppen stoßen Richtung Charkiw vor

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Kiew (Reuters) - Russische Truppen haben im Nordosten der Ukraine um die Großstadt Charkiw einen großangelegten Angriff gestartet.

Nach ukrainischen Angaben stießen die Russen am Freitagmorgen rund einen Kilometer in Richtung des Grenzorts Wowtschansk vor. Ihr Ziel sei es, eine zehn Kilometer breite Pufferzone einzurichten, sagte ein ranghoher Militär. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, es sei Verstärkung in das Gebiet entsandt worden. Es gebe Kämpfe "in unterschiedlicher Intensität". Unklar blieb, ob die russischen Truppen eine Offensive auf Charkiw planen.

Nach Angaben des Gouverneurs der Region Charkiw, Oleh Synehubow, versuchten die russischen Truppen, die Grenze zur Ukraine zu durchbrechen. Sie hätten den Beschuss von Wowtschansk verstärkt, erklärte Synehubow auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram. Die Angriffsversuche seien abgewehrt worden, die ukrainischen Streitkräfte hätten "selbstbewusst ihre Stellungen gehalten und keinen einzigen Meter verloren". Russland habe nicht die Mittel, um auf die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw vorzurücken. Die Aktionen der russischen Truppen an der Grenze seien eine "Provokation".

Charkiw war kurz nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine am 22. Februar 2024 unter russische Kontrolle geraten. Die ukrainischen Truppen konnten die Stadt aber dann wieder befreien.

RAFFINERIE IN RUSSLAND IN BRAND

Ebenfalls am Freitagmorgen geriet in der russischen Oblast Kaluga einem Medienbericht zufolge nach einem ukrainischen Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Insider von Rettungsdiensten. Bei dem Brand in der Raffinerie "Pervyi Zavod" seien drei Container mit Dieselkraftstoff und einer mit Heizöl zerstört worden. Der Gouverneur von Kaluga, Wladislaw Schapscha, erklärte auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram, das Feuer sei umgehend gelöscht worden.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten verstärkt Energieanlagen auf russischem Territorium angegriffen und zielt damit vor allem auf die Treibstoffversorgung der russischen Truppen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte zudem über Telegram mit, dass russische Flugabwehreinheiten eine Drohne südlich von Moskau abgefangen hätten. Es habe keine Verletzten oder Schäden durch herabfallende Trümmer gegeben, schrieb Sobjanin am frühen Freitagmorgen.

Auf die Zerstörung der Energie-Infrastruktur konzentrieren sich auch die regelmäßigen russischen Luftangriffe auf Ziele in der Ukraine. In der Nacht zum Freitag fing das ukrainische Militär nach eigenen Angaben zehn Kampfdrohnen ab. Russland habe zudem zwei Flugabwehrlenkraketen abgefeuert, erklärt die ukrainische Luftwaffe auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram. Was mit den Raketen geschehen ist, bleibt zunächst offen.

(Bericht von Yuliia Dysa und Sergiy Karazy; Bearbeitet von Alexander Ratz; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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