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Marktausblick Woche 44: Wie schlimm wird die zweite Welle?

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Das Update zur Woche mit Dr. Martin Lück






BlackRock Marktausblick 27. Oktober 2020


Die Aktienmärkte standen in der vergangenen Woche sichtbar unter dem Eindruck der dramatisch gestiegenen Corona-Fallzahlen. In Mitteleuropa verzeichnen nun auch Länder, die im Frühjahr relativ unbeschadet durch die Pandemie gekommen waren, stark steigende Zahlen von Neuinfektionen, darunter Deutschland, die Schweiz, Österreich oder Polen. Dazu kommen sehr steile Anstiege der Inzidenz in Frankreich, Spanien und zuletzt auch wieder Italien, wo die Covid-Pandemie im Frühjahr besonders heftig gewütet hatte. Europäische Aktien sind demzufolge auf Tauchstation gegangen, mit einem Minus von 2,2% in Deutschland und 1,8% in der Schweiz. In den USA, wo die Covid-Infektionszahlen ebenfalls weiterhin sehr hoch liegen und bereits 230.000 Menschen an der Krankheit gestorben sind, hellte allenfalls die Aussicht auf ein zweites Konjunkturpaket die trübe Stimmung etwas auf. Der Kursrückgang blieb daher mit -0.6% in engeren Grenzen als in Europa, die Märkte sind aber bezüglich der weiteren Entwicklung der Pandemie sowie sonstiger Unwägbarkeiten wie etwa der anstehenden Präsidentschaftswahl verunsichert. Das Volatilitätsmaß VIX verharrte zum Ausgang der Vorwoche bei 28.

Für Wirtschaft und Finanzmärkte ist die zweite Infektionswelle der Worst Case. In einer Kundenpublikation Anfang August hatten wir diesen Fall definiert als einen breit angelegten, also nicht nur von einzelnen Hotspots ausgehenden Anstieg der Fallzahlen, sowohl regional als auch was die Altersschichten der Bevölkerung angeht. Genau dieses Phänomen ist angesichts des Infektionsgeschehens jetzt festzustellen. Damit wird die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Abrutschens der Wirtschaftsaktivität, eines sogenannten Double Dip, erheblich größer. Im Sommer hatten wir dessen Wahrscheinlichkeit auf rund 30% taxiert, versehen mit dem Hinweis, dass das Risiko einer erneuten Wirtschaftsschwäche eng mit dem Pandemieverlauf verbunden und damit für uns als Nicht-Epidemiologen kaum seriös einschätzbar sei. Aus heutiger Sicht liegt wohl die Wahrscheinlichkeit höher als die im August taxierten 30%. Die Chance auf eine V-förmige Erholung auf Vorkrisenniveau, der wir damals eine Wahrscheinlichkeit von 20% zugebilligt hatten, dürfte inzwischen auf unter 10% gefallen sein. Die gute Nachricht ist, dass nach wie vor eine weitere, wenn auch abgeflacht verlaufende Erholung das am besten begründbare Szenario bleibt. Voraussetzung für einen derartigen ‚Swoosh‘ (angelehnt an das Logo der Sportartikelfirma Nike) ist allerdings, dass nicht ein weiterer tiefer und langer Lockdown die wirtschaftliche Aktivität erneut zum Stillstand bringt. Die Chancen hierfür stehen mit Blick auf Lerneffekte aus dem Frühjahrslockdown trotz der aktuell hohen Fallzahlen gut, aus drei Gründen:

Erstens: Das Infektionsgeschehen ist regional sehr unterschiedlich. Es dürfte also trotz des oft zu hörenden Wunsches nach einheitlichen Regeln nicht zielführend sein, einen flächendeckenden Lockdown zu verhängen, wenn etwa die Zahlen in den nordrheinwestfälischen Ballungsräumen bedrohlich hoch, in den ostdeutschen Flächenländern dagegen eher entspannt aussehen. Zweitens: Der erste Lockdown hat gezeigt, dass nicht alle Branchen und Betriebe das gleiche Potenzial haben, zum Superspreader zu werden. So ist es unter vernünftigen Hygienekonzepten möglich, produzierende Betriebe länger und umfassender laufen zu lassen als etwa personenbezogene Dienstleistungen, wobei auch bei Letzteren Vollschließungen wie im März/April die absolute Ausnahme bleiben müssten. Drittens: Schulen und Kitas dürften geöffnet bleiben. Nur im Fall extrem ansteigender Fallzahlen, bei denen dann nachweislich auch die Schulen zur Verbreitung des Virus beitragen müssten, ist eine erneute bundesweite Schulschließung vorstellbar. Dies erscheint möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Selbst im Fall weiter exponentiell steigender Infektionen dürften punktuelle Schließungen und Quarantänemaßnahmen das Instrument der Wahl sein. Dass damit noch einmal Millionen von Erwerbstätigen sich monatelang zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen statt ihren Jobs nachzugehen, erscheint Stand heute eher unwahrscheinlich.

Was das für Anleger bedeutet

Insofern wird der Ritt auf der zweiten Welle wohl nicht mehr ganz so halsbrecherisch wie noch unter dem Eindruck des ersten Lockdown befürchtet. Es wird darauf ankommen, die Einschränkung persönlicher Kontakte wirksam durchzusetzen, inklusive Feiern im Familien- und Freundeskreis. Gut möglich, dass der Staat hier auch autoritärer durchgreifen muss als bisher, indem etwa die Betriebsvorschriften für Gaststätten noch weiter verschärft und private Feiern rigoros verboten werden. Erfahrungen aus Dänemark und anderen Ländern, die auf stark steigende Fallzahlen mit genau diesen Maßnahmen reagiert haben, klingen vielversprechend.

Darüber hinaus wird auch diesmal die Wirtschaftspolitik Gewehr bei Fuß stehen. Der EZB-Rat tagt an diesem Donnerstag, und wir halten es für wahrscheinlich, dass eine Ausweitung des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) über Mitte 2021 hinaus beschlossen wird.In einer Welt globalen politischen Irrsinns halten wenigstens die Zentralbanken Kurs. Letzte Woche erholte sich das wichtigste US-Inflationsmaß, die Kernrate der Konsumausgaben („core PCE“) unerwartet kräftig auf 1,6%. Da aber die Fed sich festgelegt hat, die Zinsen bis mindestens 2023 bei null zu belassen, bedeutet steigende Inflation niedrigere Realzinsen. Dies könnte also den Dollar weiter abwerten lassen, auch zum Euro. Die EZB würde dergleichen ungern sehen und könnte sich zu weiterer Ausweitung der Anleihekäufe veranlasst fühlen, zumal die Kerninflation im Euroraum im September noch weiter abgerutscht ist, auf nur noch mickrige 0,2%. Vielleicht können wir diese Woche in den Sitzungsprotokollen der beiden Zentralbanken lesen, wie sie selbst ihre nächsten Schritte sehen. Für die EZB sieht es nach mehr Lockerung im Dezember aus.





Wichtige Hinweise

Alle Meinungen und Schätzungen in diesem Dokument, einschließlich Renditeprognosen, spiegeln unsere Beurteilung bei Redaktionsschluss wider, können ohne vorherige Ankündigung geändert werden und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise nicht als zutreffend erweisen.

Diese Werbemitteilung dient rein zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung und kein Angebot zum Kauf von Anteilen an Fonds der BlackRock Gruppe dar. Diese Mitteilung unterliegt nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen. Das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt daher nicht.

Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Eine mögliche Kaufentscheidung darf ausschließlich auf Basis der Informationen getroffen werden, die der aktuelle Verkaufsprospekt, die vereinfachten Prospekte und/oder wesentlichen Anlegerinformationen, der Jahres- und Halbjahresbericht zur Verfügung stellen. Die Dokumente in deutscher Sprache zu den einzelnen Fonds finden Sie unter den angegebenen Links und hier.

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Zu beachten gilt, dass, verglichen mit entwickelteren Märkten der Wert der Anlagen aufgrund einer höheren Unsicherheit bezüglich der Funktionsweise dieser Märkte und Schwellenländer einer höheren Volatilität ausgesetzt sein kann.

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Bei diesem Material handelt es sich um eine Marketinginformation. Es unterliegt nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen. Dieses Material darf nicht als verlässliche Prognose, Finanzanalyse oder Anlagerat verstanden werden und ist keine Empfehlung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, noch ist es als Basis für die Übernahme einer speziellen Anlagestrategie zu betrachten. Die geäußerten Meinungen unterliegen möglicherweise Änderungen, sollten zugrunde liegende Umstände sich ändern. Die Informationen und Meinungen in diesem Dokument stammen aus eigenen und externen Quellen, die von BlackRock als verlässlich eingestuft werden, sind nicht unbedingt vollständig und ihre Richtigkeit wird nicht garantiert.Dieses Dokument enthält zukunftsorientierte Informationen, die nicht rein auf der Vergangenheit basieren. Dazu zählen u. a. Projektionen und Prognosen. Es wird nicht garantiert, dass die gestellten Prognosen auch eintreffen. Wenn sich der Leser auf die Informationen in diesem Dokument verlässt, liegt das in seinem eigenen Ermessen. Dieses Material ist nicht an Personen oder Rechtseinheiten gerichtet, die Staatsbürger oder Gebietsansässige einem Staat, Land oder einer sonstigen Jurisdiktion, einschließlich der Vereinigten Staaten, sind (oder ihren Sitz dort haben), in dem/der Verbreitung, Veröffentlichung, Verfügbarkeit oder Verwendung dieses Dokuments gegen Gesetze oder andere Bestimmungen verstoßen oder BlackRock dazu verpflichten würde, bisher noch nicht erfüllten Registrierungs- oder Lizenzierungsanforderungen nachzukommen.

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