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Bayer: Liefern die Leverkusener im Kampf gegen das Coronavirus bald einen ganz wichtigen Beitrag? – Wirkstoff Chloroquin soll auch in Europa produziert werden

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Bayer: Liefern die Leverkusener im Kampf gegen das Coronavirus bald einen ganz wichtigen Beitrag? – Wirkstoff Chloroquin soll auch in Europa produziert werden

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern ist dabei nun auch in Europa Produktionsmöglichkeiten für den Wirkstoff Chloroquin im möglichen Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu schaffen. Bayer-Chef Werner Baumann kündigte am Donnerstag im Interview mit dem „Handelsblatt“ an, dass Produktionsanlagen auch in Europa für die Fertigung des Medikaments Resochin mit dem Wirkstoff Chloroquin angepasst werden sollen. Bisher wird das Mittel, das Bayer in der Krise kostenlos an Regierungen spenden will, nur an einem Standort in Pakistan hergestellt.

Wirkstoff eigentlich gegen Malaria

Das bereits in den 1930ern entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. „Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt“, sagte Baumann dem Blatt. Es seien aber weitere klinische Studien notwendig, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko zu klären. Diese würden nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO gestartet.

Wirkung wird unterschiedlich diskutiert

In den Fokus gerückt wurde der Wirkstoff Cholroquin durch Donald Trump. Der US-Präsident hatte mit Nachdruck für den Einsatz des Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Corona-Erkrankten geworben. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin „einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein“, warb Trump. Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei.

Experten relativieren Trumps Aussagen

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus denn auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge geht es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen. 10.000 Dosen des Medikaments sind Trump zufolge bereits auf dem Weg nach New York, dem am schlimmsten von dem neuen Coronavirus betroffenen Bundesstaat.

Auch Deutschland testet den Wirkstoff

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. „Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet“, sagte Kremsner.

Frankreich warnt vor Nebenwirkungen

Frankreichs Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) warnt vor möglichen Nebenwirkungen des Malariamittels Hydroxychloroquin oder des HIV-Medikaments Kaletra bei Covid-19-Erkrankten. „Einige wenige Fälle von schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden gemeldet und werden derzeit analysiert“, teilte die ANSM am Montagabend mit. Die Behörde betonte, dass die Medikamente unter keinen Umständen als Selbstmedikation oder auf Verschreibung eines örtlichen Arztes eingenommen werden dürften. „In diesem Zusammenhang fordern wir die Verantwortung eines jeden, unnötige Krankenhausaufenthalte aufgrund des Missbrauchs dieser Medikamente zu vermeiden“, hieß es weiter.

In Frankreich ist die Behandlung mit Hydroxychloroquin und Kaletra von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen von mehreren Ärzten und Ärztinnen erlaubt. Die Behörde warnte vor allem vor Herzstörungen, die durch den Einsatz des Malariamittels in Kombination mit anderen Medikamenten auftreten können. „Wir erinnern daran, dass bis heute kein Medikament formell als wirksam für die Behandlung oder Prävention von Covid-19 nachgewiesen wurde“, betonte die Behörde.

Aktie im grünen Bereich

Das Bayer-Papier liegt heute in einem schwankunsanfälligen Markt etwas mehr als ein Prozent im Plus. In den vergangenen 3 Monaten hat das Bayer-Papier etwa 28 Prozent an Wert verloren und gehört damit zu den Werten, die bislang etwas glimpflicher durch die Corona-Krise kommen.

Von Markus Weingran

Foto: ricochet64 / Shutterstock.com

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