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Dax legt wieder zu – Iran-Konflikt bleibt im Fokus, Sorgen flachen jedoch vorerst ab – Infineon-Aktie erholt sich, Delivery Hero rutscht ab

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Dax legt wieder zu – Iran-Konflikt bleibt im Fokus, Sorgen flachen jedoch vorerst ab – Infineon-Aktie erholt sich, Delivery Hero rutscht ab

Europas Anleger nutzen die jüngsten Kursverluste nach der Zuspitzung des Konflikts USA/Iran zum Wiedereinstieg an der Börse. Für Erleichterung sorgte, dass die Islamische Republik nach der Tötung des Generals Kassem Soleimani durch die USA zunächst keine US-Ziele angriff. Der Dax legte am Dienstag um 0,8 Prozent zu auf 13.226,83 Zähler, der EuroStoxx50 gewann 0,3 Prozent auf 3763,09 Zähler. „Der Iran-Konflikt sorgt zwar weiterhin für Sorgenfalten bei den Anlegern, doch das Ausbleiben ernsthafter Vergeltungsmaßnahmen lässt womöglich auch darauf hoffen, dass ein kriegerischer Konflikt ausbliebt“, sagte David Iusow, Marktanalyst beim Brokerhaus DailyFX. In den USA notierten die Kurse dagegen kaum verändert.

Der Iran kündigte gleichwohl Rache für die Tötung Soleimanis an. Unter Berufung auf einen hochrangigen Sicherheitsbeamten berichtete die Agentur Fars, die Islamische Republik prüfe 13 Vergeltungsszenarien. Der Iran liegt an der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Öltanker-Routen. „Wenn man die Aufregung der vergangenen Tage beiseite schiebt, und angesichts des Ausbleibens einer weiteren Eskalation hat sich in Wirklichkeit kaum etwas verändert“, sagte Michael Hewson, Chef-Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets. Der Iran und die USA seien keine Freunde, und daran dürfte sich erstmal nichts ändern. „Solange kein umfassender Krieg ausbricht, dürften die nächsten Schritte nichts sein, was nicht ohnehin in den Kursen enthalten ist.“

Insbesondere erwarten Fachleute nicht, dass Öleinrichtungen angegriffen würden. Der Iran sei auf die Deviseneinnahmen aus seinen Ölexporten angewiesen, sagte Rohstoff-Experte Lachlan Shaw von der National Australia Bank. Deswegen würde es seinen Interessen zuwiderlaufen, die Straße von Hormus zu blockieren. Marija Veitmane, Strategin bei dem Finanzdienstleister State Street, verwies zudem auf die hohen Öl-Lagerbestände sowie die Förderung von Schieferöl in den USA. Damit könnten kurze Unterbrechungen ausgeglichen werden. Der Ölpreis gab nach, Nordseeöl der Sorte Brent und leichtes US-Öl verbilligten sich in der Spitze um jeweils 1,8 Prozent auf 67,65 beziehungsweise 62,11 Dollar. Am Montag war der Brent-Preis auf mehr als 70 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit den Angriffen auf saudi-arabische Ölanlagen im September.

Brexit-Abstimmung lastet auf dem britischen Pfund

Vor der Abstimmung des britischen Parlaments über das Brexit-Abkommen gab das Pfund bis zu 0,6 Prozent nach auf 1,3093 Dollar. Die Parlamentarier haben nun drei Tage Zeit, um über den Austrittsvertrag zu beraten, bevor sie am Donnerstag darüber entscheiden. Es wird damit gerechnet, dass die Konservativen mit ihrer Mehrheit von 80 Sitzen für den Vertrag stimmen und damit den Weg für den EU-Austritt Großbritanniens am 31. Januar frei machen.

Infineon erholen sich

Favorit im Dax waren die Anteilscheine des Chipherstellers Infineon, die an den vergangenen Tagen ebenfalls schwer vom Iran-Konflikt und damit einher gehenden Konjunktursorgen getroffen worden waren. Sie stiegen nun um rund 5 Prozent. Händler verwiesen als Stimmungstreiber auf einen positiv aufgenommenen Geschäftsausblick des US-Branchenkollegen Microchip.

Delivery Hero rutschen ab

Im MDax belastete eine Abstufung von Delivery Hero durch die Commerzbank die Papiere des Essenslieferdienstes. Nach ihrem starken Lauf seit Mitte Dezember infolge einer angekündigten Übernahme in Südkorea empfiehlt Analyst Stephan Klepp nun, die Aktien im Depot zu reduzieren. Sie büßten mehr als 2 Prozent ein.

Auch der Automobil-Sektor verbuchte Kursgewinne, nachdem der britische Autohersteller Rolls-Royce einen Umsatzsprung für das vergangene Jahr vermeldete. Enttäuschende Gewinnzahlen brockten dagegen dem britischen Sportwagenbauer Aston Martin einen Kursrutsch von 16,5 Prozent ein.

(onvista/dpa-AFX/reuters)

Titelfoto: H-AB/Shutterstock.com

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